Der produzierende Mittelstand in der Hauptstadt steht vor vielfältigen Herausforderungen, aber auch vor spannenden Zukunftsperspektiven. Um sich ein genaues Bild von der lokalen Wirtschaftskraft zu machen, unternahm der Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, Jörn Oltmann, am Dienstag, den 21. Juli 2026, einen offiziellen Arbeitsbesuch im Berliner Industriegebiet Marienfelde. Im Fokus stand dabei die DREUCON Holding GmbH mit ihrer operativen Gesellschaft INDIA. Begleitet wurde der Bezirksbürgermeister von Vertreterinnen und Vertretern der bezirklichen Wirtschaftsförderung, des Unternehmensnetzwerks Motzener Straße sowie von Berlin Partner. Gemeinsam suchte die Delegation den direkten Dialog mit der Unternehmensleitung, um Einblicke in hochspezialisierte Fertigungsprozesse zu erhalten und über die Rahmenbedingungen für Innovationen am Standort Berlin zu diskutieren.
Einblicke in die komplette Wertschöpfungskette der Kunststofftechnik
Die Produktion von hochpräzisen Kunststoffbauteilen erfordert ein hohes Maß an technologischem Know-how und präziser Abstimmung. Während eines ausführlichen Rundgangs durch die verschiedenen Abteilungen des Unternehmens – darunter die Produktentwicklung, der hauseigene Werkzeugbau, die moderne Spritzgussproduktion sowie die Endmontage – konnte sich die Delegation von der Leistungsfähigkeit des Betriebs überzeugen. Die Beteiligten erhielten detaillierte Einblicke in die gesamte vertikale Integration des Unternehmens: Angefangen bei der ersten kreativen Produktidee über die ingenieurstechnische Ausarbeitung und den Formenbau bis hin zur qualitätsgesicherten Serienfertigung greifen hier alle Zahnräder ineinander.
Ein zentrales Thema des Rundgangs war zudem die strategische Weiterentwicklung des Standorts. So informierten sich die Gäste über die Planungen zur Etablierung einer speziellen Reinraumfertigung, die für bestimmte anspruchsvolle Anwendungen in der Medizintechnik unerlässlich ist. Darüber hinaus stand die Nachwuchsförderung im Mittelpunkt: Die Ausbildung und kontinuierliche Weiterbildung eigener Fachkräfte gilt im Betrieb als essenzieller Baustein, um dem demografischen Wandel und dem generellen Mangel an qualifiziertem Personal aktiv zu begegnen.
Die DREUCON Holding: Tradition trifft auf moderne Unternehmensnachfolge
Die Entstehungsgeschichte der DREUCON Holding ist ein Paradebeispiel dafür, wie gelungene Unternehmensnachfolge den Erhalt von Industriekapazitäten in einer Metropole sichern kann. Gegründet im Jahr 2025, bündelt die Holding seither die Kompetenzen zweier traditionsreicher Berliner Marken: der INDIA Kunststofftechnik und der OEHME Technische Kunststoffteile. Durch eine altersbedingte Nachfolgeregelung übernahm die Holding Anfang 2026 die Geschäftsanteile beider Gesellschaften. Dieser Schritt verhinderte einen potenziellen Abfluss von wertvollem Fachwissen und garantierte den nahtlosen Fortbestand des etablierten Produktionsstandorts im Süden Berlins.
- Gründung der Holding: Im Jahr 2025 ins Leben gerufen, um Kräfte zu bündeln.
- Übernahme: Erfolgreiche Nachfolgeregelung und Integration von INDIA und OEHME Anfang 2026.
- Belegschaft: Rund 100 Beschäftigte sichern die Produktion anspruchsvoller Kunststoffteile.
- Branchenfokus: Belieferung von Kunden aus Medizintechnik, Elektrotechnik, E-Mobilität, Umwelttechnik und Automobilindustrie.
Geführt wird die besuchte Firma INDIA von Geschäftsführer Norbert Geyer sowie den geschäftsführenden Gesellschaftern Dr. Martin Macion und Christoph Brünner. Mit einer starken Belegschaft von etwa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht die Unternehmensgruppe für ein klares Bekenntnis zum sozialen Miteinander und zur Verantwortung gegenüber der Belegschaft sowie der Region.
Hintergrund: Zukunftssicherung für den Industriestandort Berlin
Besuche wie der von Jörn Oltmann in Marienfelde sind keineswegs nur symbolischer Natur, sondern ein wichtiger Bestandteil der bezirklichen Wirtschaftspflege. Der produzierende Mittelstand bildet das Rückgrat der urbanen Wirtschaft, steht jedoch aktuell unter massivem Druck. Steigende Energiekosten, bürokratische Hürden und der globale Wettbewerb erfordern passgenaue politische Rahmenbedingungen. Im Anschluss an den Rundgang führten der Bezirksbürgermeister und das Management intensive Gespräche über genau diese drängenden Themen. Diskutiert wurden Lösungsansätze zur Flächensicherung, Möglichkeiten zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und die Frage, wie Berlin als Innovationsstandort für Fachkräfte noch attraktiver gestaltet werden kann.
Die Reihe der politischen Unternehmensbesuche im Bezirk ist damit keineswegs abgeschlossen. Bereits für den 28. Juli 2026 kündigte das Bezirksamt den nächsten Termin an: Dann wird Jörn Oltmann bei der Form Follows You GmbH zu Gast sein, um auch dort den Dialog mit der lokalen Wirtschaft fortzuführen und konkrete Bedarfe aus der Praxis zu ermitteln.
Häufige Fragen
Was ist die Hauptaufgabe der DREUCON Holding in Berlin-Marienfelde?
Die Holding bündelt die Kompetenzen der traditionsreichen Unternehmen INDIA Kunststofftechnik und OEHME Technische Kunststoffteile. Sie entwickelt und produziert hochpräzise technische Kunststofflösungen für Industriekunden, insbesondere in Branchen wie Medizintechnik, E-Mobilität und Automobilbau.
Wie viele Menschen sind an dem Standort beschäftigt?
In der Unternehmensgruppe sind rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, die von der Produktentwicklung bis zur Serienfertigung sämtliche Prozessschritte betreuen.
Warum ist der Besuch von Bezirksbürgermeistern bei solchen Unternehmen wichtig?
Er dient dem direkten Austausch über aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Standortentwicklung und Rahmenbedingungen für den Mittelstand, um lokale Betriebe bestmöglich unterstützen zu können.
Der Arbeitsbesuch in Marienfelde unterstreicht einmal mehr, dass Berlin trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds über hochgradig spezialisierte und zukunftsfähige Industrieunternehmen verfügt. Durch die erfolgreiche Sicherung traditionsreicher Betriebe im Zuge von Nachfolgeregelungen bleibt wichtiges Know-how in der Stadt erhalten. Die Politik ist nun gefragt, diesen Kurs durch verlässliche Rahmenbedingungen und eine pragmatische Wirtschaftsförderung weiter zu flankieren.
