Mit dem Start der aktuellen Bauarbeiten treibt das Bezirksamt Neukölln den Ausbau der lokalen Radverkehrsinfrastruktur entscheidend voran. Im Fokus steht dabei die Werbellinstraße, wo ab sofort an der Realisierung eines zentralen Lückenschlusses für den Radverkehr gearbeitet wird. Konkret betrifft die Maßnahme den Abschnitt zwischen der Morusstraße und der viel befahrenen Karl-Marx-Straße. Auf dieser rund 300 Meter langen Strecke entsteht ein neuer Radfahrstreifen, der nicht nur durch eine deutliche farbliche Markierung für alle Verkehrsteilnehmenden gut sichtbar gemacht wird, sondern zusätzlich mit sogenannten Flexpollern baulich geschützt wird. Damit reagiert die Verwaltung auf langjährige Forderungen nach mehr Sicherheit für den Radverkehr in diesem dicht besiedelten Quartier.

Bedeutung für das Berliner Radvorrangnetz

Die Wahl der Werbellinstraße als Baustelle kommt nicht von ungefähr, denn die Straße ist ein elementarer Bestandteil des übergeordneten Radvorrangnetzes der Hauptstadt. Sie fungiert als essenzielle Ost-West-Verbindung, die den Radfahrenden eine direkte und zügige Passage durch den Bezirk ermöglicht. Wer die Route weiterdenkt, erkennt schnell das Potenzial: Über die nahtlose Verlängerung via der Fahrradstraße Herrfurthstraße entsteht eine attraktive Wegeverbindung, die das weite Areal des Tempelhofer Feldes direkt mit der zentralen Karl-Marx-Straße verknüpft.

Bereits im Jahr 2019 hatte die landeseigene Gesellschaft InfraVelo in einem früheren Bauabschnitt dafür gesorgt, dass bestehende Radfahrstreifen im umliegenden Bereich verbreitert und neu markiert wurden. Dennoch blieb auf dem nun in Angriff genommenen Teilstück in Fahrtrichtung Karl-Marx-Straße ein gefährlicher Missstand bestehen: Die Fahrradspur hörte bislang unvermittelt auf, was Radfahrende immer wieder zu riskanten Ausweichmanövern in den fließenden Kfz-Verkehr zwang. Mit der aktuellen Intervention beseitigt das Bezirksamt diese unbefriedigende Situation endlich grundlegend.

Finanzierung und politischer Beschluss

Der nun umgesetzte Lückenschluss ist das Resultat eines parlamentarischen Prozesses. Die Maßnahme geht direkt auf einen entsprechenden Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) zurück, die sich intensiv für die Verbesserung der hiesigen Verkehrssicherheit starkgemacht hatte. Um den Plänen Taten folgen zu lassen, greift die Verwaltung tief in die bezirklichen Kassen:

  • Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf 75.000 Euro.
  • In diesem Budget sind neben der eigentlichen Markierung und Poller-Montage auch notwendige Asphaltreparaturen an der Fahrbahn enthalten.
  • Die Finanzierung erfolgt vollständig aus bezirklichen Eigenmitteln.

Stimmen aus der Lokalpolitik

Jochen Biedermann, der zuständige Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, betonte im Zuge des Baubeginns die hohe Relevanz des Projekts für den Alltag der Menschen vor Ort. Die Werbellinstraße stelle eine unverzichtbare Achse dar, die jeden Tag von zahlreichen Radfahrenden frequentiert werde. Es sei über die Jahre hinweg ein beständiges Ärgernis gewesen, dass der Radweg an dieser Stelle abrupt endete. Mit den aktuellen Arbeiten sorge der Bezirk nun konsequent Stück für Stück für deutlich sicherere und komfortablere Fortbewegungsmöglichkeiten im Sattel.

Hintergrund

Die Umgestaltung des Straßenraums zugunsten des Radverkehrs ist Teil einer umfassenderen Strategie in Berlin, den Modal Split zugunsten umweltfreundlicher Mobilitätsformen zu verschieben. Besonders in dicht bebauten Bezirken wie Neukölln ist der Platz im öffentlichen Raum hart umkämpft. Historisch gewachsene Straßennetze boten oft unzureichende Standards für den modernen Radverkehr, weshalb gezielte Infrastrukturprogramme wie der Lückenschluss in der Werbellinstraße notwendig sind, um Unfallschwerpunkte zu entschärfen und mehr Menschen zum Umstieg auf das Fahrrad zu motivieren. Die Verwendung von Flexpollern hat sich dabei in Berlin als wirksames Mittel erwiesen, um das illegale Befahren und Parken auf Schutzstreifen durch Kraftfahrzeuge physisch zu verhindern.

Häufige Fragen

Wann werden die Bauarbeiten in der Werbellinstraße abgeschlossen sein?

Konkrete Angaben zum genauen Enddatum der Bauarbeiten wurden in der offiziellen Mitteilung vom 27.07.2026 nicht gemacht, jedoch handelt es sich bei einer Strecke von 300 Metern um ein überschaubares Projekt, sodass mit einer zügigen Fertigstellung zu rechnen ist.

Wie wird der neue Radstreifen vor parkenden Autos geschützt?

Der neue Radfahrstreifen wird neben einer auffälligen farblichen Markierung auch mit sogenannten Flexpollern ausgestattet. Diese elastischen Pfosten verhindern physisch, dass Kraftfahrzeuge auf dem Radweg halten oder parken.

Woher stammen die finanziellen Mittel für das Projekt?

Die Kosten in Höhe von 75.000 Euro für die Asphaltreparaturen und die Markierungsarbeiten werden vollständig aus bezirklichen Mitteln des Bezirksamts Neukölln finanziert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Baubeginn an der Werbellinstraße einen wichtigen Meilenstein für die lokale Verkehrswende in Neukölln darstellt. Durch gezielte Investitionen in die bauliche Trennung und den Lückenschluss im Radvorrangnetz erhöht das Bezirksamt die Sicherheit für alle schwächeren Verkehrsteilnehmenden spürbar und schließt eine langjährige Infrastrukturlücke.

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung des Bezirksamts Neukölln von Berlin vom 27.07.2026.