In einer der größten bezirklichen Dienststellen der Bundeshauptstadt hat es zum Sommer des Jahres 2026 einen bedeutenden Wechsel an der Spitze gegeben. Seit Juli 2026 leitet Shirin Khabiri-Bohr offiziell das Jobcenter Berlin Neukölln. Die erfahrene Juristin tritt damit die Nachfolge von Dr. Dagmar Brendel an, deren langjährige und prägende Amtszeit Ende Juni 2026 regulär endete. Dr. Brendel hat sich nach jahrzehntelangem Einsatz in der Arbeitsmarktverwaltung in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Die offizielle Übergabe markiert eine wichtige Zäsur für eine der arbeitsmarktpolitisch herausforderndsten Regionen der Metropole.
Ein nahtloser Übergang mit hoher Kompetenz
Die Trägerversammlung hat die Ernennung von Shirin Khabiri-Bohr bis zum Sommer des Jahres 2031 beschlossen. Die neue Geschäftsführerin bringt eine umfassende Expertise mit, die sie in den vergangenen Jahrzehnten in verschiedenen Führungspositionen bei der Bundesagentur für Arbeit erworben hat. Zuletzt war sie als Geschäftsführerin Operativ bei der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen tätig. Als Volljuristin ist sie mit den komplexen rechtlichen und strukturellen Rahmenstrukturen bestens vertraut, die für die Steuerung einer so großen Behörde unerlässlich sind.
Das zuständige Bezirksamt hat die neue Leiterin herzlich willkommen geheißen. Hannes Rehfeldt, der als Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit gleichzeitig den Vorsitz der Trägerversammlung des Jobcenters innehat, würdigte die Verdienste der scheidenden Leitung. Er betonte, dass Dr. Brendel die Einrichtung in turbulenten und anspruchsvollen Phasen mit großer Umsicht durchgelotst habe. Das Team habe unter ihrer Ägide wichtige Meilensteine erreicht, auf denen die Nachfolgerin nun aufbauen könne.
Herausforderungen und Meilensteine der vergangenen Jahre
Rückblick auf die Amtszeit von Dr. Dagmar Brendel
Die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Dagmar Brendel blickt auf eine jahrzehntelange Laufbahn zurück, die Anfang der neunziger Jahre bei der Bundesagentur für Arbeit begann. Bevor sie im Juli 2021 die Verantwortung in Neukölln übernahm, stand sie bereits den Jobcentern in Charlottenburg-Wilmersdorf sowie in Marzahn-Hellersdorf vor. Ihre Amtszeit in Neukölln war von multiplen Krisen und tiefgreifenden Reformen geprägt, die von der gesamten Behörde ein Höchstmaß an Flexibilität verlangten.
- Corona-Pandemie: Die Bewältigung des massiven Anstiegs von Anträgen unter strikten Infektionsschutzauflagen.
- Folgen des Ukraine-Krieges: Die zügige und unbürokratische Versorgung und Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt.
- Rechtskreisänderungen: Die kontinuierliche Anpassung an gesetzliche Neuerungen im Bereich des SGB II.
Strukturelle Daten des Jobcenters Berlin Neukölln
Das Jobcenter im südöstlichen Bezirk gehört mit rund 700 Beschäftigten zu den massgeblichen Institutionen der sozialen Daseinsvorsorge in Berlin. Die Dimension der täglichen Arbeit verdeutlichen statistische Erhebungen aus den Jahren 2025: Im Oktober 2025 betreute die Behörde exakt 27.999 Bedarfsgemeinschaften, in denen insgesamt 56.675 Personen lebten. Die bezirksspezifische Arbeitslosenquote im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters lag im November 2025 bei 10,7 Prozent.
Ein genauer Blick auf die Qualifikationsstruktur der arbeitsuchenden Kundinnen und Kunden verdeutlicht die strukturellen Hürden vor Ort:
- 71,7 Prozent der gemeldeten Arbeitslosen verfügen über keine abgeschlossene Berufsausbildung.
- Der größte Anteil nach Schulbildung entfällt mit 26,2 Prozent auf Personen mit einem Hauptschulabschluss.
- Etwa 25,0 Prozent der Betroffenen besitzen gar keinen Schulabschluss.
Hintergrund
Die Arbeitsmarktpolitik in einem bevölkerungsreichen und sozial diversen Bezirk wie Neukölln unterscheidet sich gravierend von ländlichen Regionen oder wohlhabenderen Stadtteilen. Das Jobcenter fungiert hier nicht nur als reine Leistungsverwaltung, sondern als zentraler Integrationsmotor. Die Kombination aus hoher Arbeitslosigkeit, geringer formaler Qualifikation vieler Kundinnen und Kunden sowie externen Krisen wie der Zuwanderung Geflüchteter erfordert von der Führungsebene strategisches Geschick und exzellente Vernetzung mit der lokalen Wirtschaft. Die Bestellung von Shirin Khabiri-Bohr ist daher auch als Signal zu verstehen, Bewährtes fortzuführen und gleichzeitig neue Impulse für die Qualifizierung und Vermittlung zu setzen.
Häufige Fragen
Wer ist die neue Leiterin des Jobcenters Berlin Neukölln?
Die neue Geschäftsführerin ist Shirin Khabiri-Bohr. Sie hat ihr Amt im Juli 2026 angetreten und wurde von der Trägerversammlung für fünf Jahre bis zum Sommer 2031 bestellt.
Welche berufliche Erfahrung bringt Shirin Khabiri-Bohr mit?
Sie ist ausgebildete Volljuristin und war in den vergangenen Jahrzehnten in verschiedenen Führungspositionen für die Bundesagentur für Arbeit aktiv, zuletzt als Geschäftsführerin Operativ der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen.
Wie viele Menschen werden vom Jobcenter in Neukölln betreut?
Laut den statistischen Daten aus dem Herbst 2025 betreut die Behörde mit ihren rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern knapp 28.000 Bedarfsgemeinschaften mit mehr als 56.000 Menschen.
Mit dem Amtsantritt von Shirin Khabiri-Bohr steht dem Jobcenter Berlin Neukölln eine erfahrene Verwaltungsexpertin vor, die die begonnenen Prozesse zur Arbeitsmarktintegration fortführen und an die veränderten Bedingungen der kommenden Jahre anpassen wird. Für die arbeitsuchenden Menschen im Bezirk bleibt die Behörde damit ein verlässlicher Ansprechpartner auf dem Weg zurück in Beschäftigung.
Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer offiziellen Pressemitteilung des Bezirksamtes Neukölln von Berlin vom Juli 2026.