Stillstand in Potsdam: Tarifverhandlungen bei der Telekom unter Druck

In der dritten Verhandlungsrunde für die rund 60.000 Beschäftigten der Deutschen Telekom in Deutschland ist es zu keinem Durchbruch gekommen. Die Arbeitgeberseite präsentierte in Potsdam ein sogenanntes Strukturangebot, das von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) jedoch als vollkommen unzureichend eingestuft und in der Folge abgelehnt wurde. Während die Gewerkschaft eine gewisse Bewegung in den Gesprächen erkennt, bleibt die Lücke zwischen den Vorstellungen der Arbeitnehmervertreter und den Angeboten des Konzerns weiterhin signifikant.

Frank Sauerland, der als Verhandlungsführer für ver.di agiert, betonte zwar, dass die jüngsten Warnstreiks Bewegung in die festgefahrenen Gespräche gebracht hätten. Insbesondere die Bereitschaft der Arbeitgeber, über das Programm „Magenta Zukunft“ sowie über eine Verlängerung des Ausschlusses betriebsbedingter Kündigungen zu verhandeln, wird von der Gewerkschaft positiv wahrgenommen. Dennoch bleibt der Kernpunkt der Auseinandersetzung – die Entgeltentwicklung – ein massiver Streitpunkt.

Kritik an der Entgeltpolitik

Der Hauptkritikpunkt der Gewerkschaft liegt in der mangelnden Konkretisierung der Lohnsteigerungen. Nach Ansicht von ver.di reicht das vorgelegte Modell bei weitem nicht aus, um den Reallohn der Beschäftigten langfristig zu sichern. Während die Arbeitgeber lediglich eine erste Stufe der Lohnerhöhung skizzierten, fehlen klare Perspektiven für weitere Erhöhungsschritte. Zudem bemängelt die Gewerkschaft, dass für die geplante Mitgliederkomponente bisher überhaupt kein Angebot auf dem Tisch liegt.

Die Forderungen der Gewerkschaft für die aktuelle Tarifrunde, die im Mai 2026 in die vierte Runde geht, sind klar definiert:

  • 6,6 Prozent Entgeltsteigerung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
  • Einführung eines ver.di-Mitgliederbonus in Höhe von 660 Euro jährlich.
  • Anhebung der Ausbildungsvergütungen sowie der Entgelte für dual Studierende um 120 Euro monatlich.
  • Zusätzlicher Mitgliederbonus für Auszubildende und Studierende in Höhe von 240 Euro pro Jahr.

Hintergrund

Der Konzern Deutsche Telekom umfasst in Deutschland insgesamt 20 verschiedene tarifgebundene Gesellschaften. Da für diese Unternehmen jeweils eigenständige Tarifverträge gelten, wurde im Vorfeld der aktuellen Runde eine Vereinbarung getroffen, die gemeinsame Verhandlungen für diese Gesellschaften ermöglicht. Ein Großteil der bestehenden Entgelttarifverträge läuft bis zum 31. März 2026, was den zeitlichen Druck auf die laufenden Verhandlungen erhöht.

Die Mobilisierung der Belegschaft ist dabei ein zentrales Instrument der Gewerkschaft. Bereits vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde demonstrierten rund 2.500 Beschäftigte in Potsdam. Bundesweit beteiligten sich zudem mehr als 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ganztägigen Warnstreiks, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Die vierte Verhandlungsrunde ist für den 26. und 27. Mai 2026 terminiert, bis dahin bleibt die Situation angespannt.

Warum ist diese Tarifrunde so wichtig?

Die Telekom ist einer der größten Arbeitgeber Deutschlands. Ein Abschluss in dieser Runde setzt oft Signale für die gesamte IT- und Telekommunikationsbranche. Die Sicherung der Reallöhne angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist für die Beschäftigten in Berlin und bundesweit von hoher Relevanz, um die Kaufkraft in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit zu stabilisieren.

Häufige Fragen

Wann findet die nächste Verhandlungsrunde statt?

Die vierte Runde der Tarifverhandlungen zwischen ver.di und der Deutschen Telekom ist für den 26. und 27. Mai 2026 angesetzt. Hier wird erwartet, dass die Arbeitgeber ein nachgebessertes Angebot vorlegen.

Was genau fordert ver.di für die Auszubildenden?

Die Gewerkschaft fordert eine monatliche Erhöhung der Ausbildungsvergütungen sowie der Entgelte für dual Studierende um 120 Euro. Zusätzlich soll ein jährlicher Mitgliederbonus in Höhe von 240 Euro eingeführt werden.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich beide Parteien annähern können oder ob die Streikmaßnahmen weiter intensiviert werden müssen. Für die Beschäftigten der Telekom bleibt die Hoffnung auf ein Ergebnis, das sowohl die wirtschaftliche Stabilität des Konzerns als auch die berechtigten Ansprüche auf eine faire Entlohnung berücksichtigt. Erfahren Sie mehr über aktuelle Entwicklungen am Berliner Arbeitsmarkt in unserem weiteren Dossier.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-unterstützt aus einer Quelle der ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft erstellt. Es gilt die Unschuldsvermutung.