Vision einer starken Wirtschaftsregion: Ausstellung startet in Marzahn-Hellersdorf

Wie kann eine Region wirtschaftlich resilienter werden und gleichzeitig das Gemeinwohl fördern? Diese zentrale Frage steht im Mittelpunkt der neuen Ausstellung „Produktive Region. Teil 2“, die am 15. Juli 2026 ihre Türen für die Öffentlichkeit öffnet. Die Präsentation, die im „Klassenzimmer der Zukunft“ – einem markanten grünen Pavillon direkt vor der Alice-Salomon-Hochschule – stattfindet, lädt Bürgerinnen und Bürger dazu ein, über die Zukunft der lokalen Wirtschaft nachzudenken.

Das Projekt, das vom Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf unterstützt wird, beleuchtet die Potenziale einer engeren wirtschaftlichen Verzahnung zwischen Kreuzberg, Hellersdorf und den angrenzenden Gebieten in Ostbrandenburg. Bis zum 31. Oktober 2026 haben Interessierte die Möglichkeit, sich kostenfrei über innovative Ansätze der Regionalentwicklung zu informieren. Der Pavillon ist für Besucherinnen und Besucher jeweils mittwochs und samstags in der Zeit von 14:00 bis 18:00 Uhr zugänglich.

Regionale Vergabe als Wirtschaftsmotor

Der Kern der Ausstellung befasst sich mit der These, dass öffentliche Institutionen eine entscheidende Rolle als „Ankerinstitutionen“ spielen können. Wenn öffentliche Gelder gezielt bei lokalen Produzentinnen und Produzenten ausgegeben werden, verbleiben Aufträge, Einkommen und die daraus resultierende Wertschöpfung direkt vor Ort. Dieser Ansatz, der unter dem Fachbegriff „Gemeinwohl-Ökonomie“ (international als Community Wealth Building bekannt) firmiert, ist weit mehr als eine theoretische Spielerei.

Die Ausstellung zeigt auf, dass dieses Modell bereits in verschiedenen Teilen der Welt erfolgreich erprobt wird:

  • Schottland: Hier wurde das Konzept des Community Wealth Building bereits gesetzlich verankert, um die lokale Wirtschaft nachhaltig zu stärken.
  • England, Spanien und USA: In zahlreichen Städten dieser Länder wird das Modell bereits aktiv umgesetzt, um die Abhängigkeit von globalen Lieferketten zu verringern und lokale Arbeitsplätze zu sichern.

Durch die konsequente Ausrichtung öffentlicher Aufträge auf regionale Akteure soll ein Kreislauf entstehen, der die wirtschaftliche Stabilität der Region Kreuzberg-Hellersdorf-Ostbrandenburg langfristig festigt.

Ein künstlerischer Blick auf die Region

Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist ein großformatiges, künstlerisches Tischmodell. Dieses Modell visualisiert die komplexe Beziehung zwischen öffentlichen Institutionen und den verschiedenen Produktionsstandorten in der Region. Es dient als zentrales Anschauungsobjekt, um die räumlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge greifbar zu machen. Ergänzt wird diese Installation durch Beiträge, die den Bezug zum Weltsozialforum herstellen. Dieses Forum setzt sich seit 2001 weltweit für solidarische Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle ein und bietet den theoretischen Überbau für die in der Ausstellung präsentierten Ideen.

Hintergrund

Die Initiative „Produktive Region“ ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit verschiedener zivilgesellschaftlicher Akteure und wissenschaftlicher Einrichtungen. Die Notwendigkeit, über regionale Wertschöpfungsketten nachzudenken, ist in den letzten Jahren durch globale Krisen und Lieferkettenproblematiken weiter in den Fokus gerückt. Für Berlin, insbesondere für Außenbezirke wie Marzahn-Hellersdorf, bietet die Kooperation mit dem Umland (Ostbrandenburg) sowie die Vernetzung mit innerstädtischen Gebieten wie Kreuzberg die Chance, neue ökonomische Synergien zu schaffen. Ziel ist es, die lokale Identität zu stärken und die Abhängigkeit von externen Versorgungsstrukturen zu reduzieren.

Wer steckt hinter dem Projekt?

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftswerk. Neben den Projektbeteiligten an der Alice Salomon Hochschule haben zahlreiche Akteure an der Entstehung mitgewirkt, darunter:

  • Afrique-Europe-Interact & timecode e.V.
  • Die AG Re:Mensa – solidarisch, fair, lokal
  • Der Anwohner_innenbeirat ›Zwischenräume‹
  • Bamenda Film Association
  • Das Forum für nachhaltige Stadtentwicklung Marzahn-Hellersdorf
  • Antonio Pacor / Focuspuller
  • Verschiedene Initiativen zu Schulgärten in Kreuzberg, Hellersdorf und Ostbrandenburg

Häufige Fragen

Wo genau findet die Ausstellung statt?

Die Ausstellung befindet sich im „Klassenzimmer der Zukunft“, einem grünen Pavillon direkt vor dem Haupteingang der Alice-Salomon-Hochschule in Marzahn-Hellersdorf.

Wie hoch sind die Eintrittspreise?

Der Besuch der Ausstellung ist für alle Interessierten kostenfrei. Sie ist noch bis zum 31. Oktober 2026 zu den genannten Öffnungszeiten zugänglich.

Was ist das Ziel der „Gemeinwohl-Ökonomie“?

Das Ziel ist es, den wirtschaftlichen Erfolg nicht nur an rein finanziellen Kennzahlen zu messen, sondern den Fokus auf das Gemeinwohl, die soziale Gerechtigkeit und die ökologische Nachhaltigkeit innerhalb einer Region zu legen.

Die Ausstellung „Produktive Region. Teil 2“ bietet einen wertvollen Anstoß für die Debatte über die zukünftige Ausrichtung der Berliner Wirtschaftspolitik. Durch die Verknüpfung von Kunst, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichem Engagement wird ein komplexes Thema für ein breites Publikum zugänglich gemacht. Ob dieses Modell der regionalen Wertschöpfung auch in Berlin Schule machen wird, bleibt abzuwarten, doch die Ausstellung liefert wichtige Impulse für eine nachhaltigere und lokal verankerte Zukunft.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-unterstützt aus einer Quelle des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf von Berlin erstellt.