Ein neues künstlerisches Kapitel für die Papageno-Grundschule
Die Schullandschaft in Berlin-Mitte erfährt eine kulturelle Bereicherung: Im Rahmen des Erweiterungsbaus der Papageno-Grundschule wurde nun der Wettbewerb „Kunst am Bau“ entschieden. Wie das Bezirksamt Mitte am 16. Juli 2026 bekannt gab, fiel die Wahl des Preisgerichts auf einen Entwurf, der historische Stadtentwicklung mit moderner pädagogischer Raumgestaltung verknüpft. Die Künstlerin Julia Herfurth konnte sich mit ihrem Konzept „Berliner Interferenz — Ortsspezifik & Interaktion“ gegen die Konkurrenz durchsetzen und wird nun die Räumlichkeiten der Schule künstlerisch mitgestalten.
Das Projekt ist Teil einer umfassenden baulichen Erweiterung, die darauf abzielt, die Kapazitäten der musikbetonten Grundschule in der Bergstraße maßgeblich zu erhöhen. Mit einem Budget von 95.000 Euro brutto setzt der Bezirk ein klares Signal für die Bedeutung von Kunst im öffentlichen Raum, insbesondere in Bildungseinrichtungen. Die Entscheidung für den Siegerentwurf erfolgte unter dem Vorsitz der Künstlerin Vanessa Henn, die gemeinsam mit einem Fachgremium die eingereichten Beiträge bewertete.
Der Siegerentwurf: Zeitreise durch Fliesenmosaike
Das Konzept von Julia Herfurth besticht durch seinen tiefgreifenden historischen Bezug. Die Künstlerin, die an der Bauhaus-Universität Weimar und der Universität der Künste Berlin ausgebildet wurde, nutzt für ihre Arbeit vier spezifische Zeitpunkte der Berliner Stadtgeschichte als Grundlage:
- 1862: Ein Blick auf das Berlin des 19. Jahrhunderts.
- 1925: Die Metropole in der Zwischenkriegszeit.
- 1945: Die Zäsur durch das Kriegsende.
- 2026: Der aktuelle Stand der Stadtentwicklung.
Diese historischen Stadtpläne dienen als Basis für ein großflächiges Mosaik aus Wandfliesen, das in drei Klassenräumen installiert werden soll. Die Arbeit ist jedoch nicht nur visuell orientiert: In der Schulbibliothek werden die Motive als Grafikserie präsentiert. Besonders innovativ ist der Einsatz von Relieffliesen und integrierten Klangelementen. Diese sollen den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, die Geschichte Berlins nicht nur zu betrachten, sondern haptisch und akustisch zu erfahren. Das Ziel ist es, das Abstraktionsvermögen der Kinder zu fördern und einen spielerischen Zugang zu komplexen räumlichen und zeitlichen Zusammenhängen zu schaffen.
Hintergrund: Warum Kunst am Bau so wichtig ist
Die Initiative „Kunst am Bau“ ist ein bewährtes Instrument der Berliner Stadtplanung, um öffentliche Gebäude nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch aufzuwerten. Im Falle der Papageno-Grundschule ist die künstlerische Gestaltung eng mit dem architektonischen Konzept der Gruber + Pop – Architekt*innen BDA verwoben. Der Erweiterungsbau umfasst neben den Klassenräumen auch einen Musiksaal und eine moderne Bibliothek, was den Stellenwert der Schule als kulturellen Ankerpunkt im Bezirk Mitte unterstreicht.
Warum investiert der Bezirk in solche Projekte? Bildung findet nicht nur in Lehrbüchern statt, sondern auch in der Umgebung, in der sich Kinder täglich aufhalten. Durch die Integration von Kunst in den Schulalltag werden Lernumgebungen geschaffen, die Kreativität und kritisches Denken anregen. Die Arbeit von Julia Herfurth, deren künstlerische Praxis ohnehin stark von kultur- und architekturhistorischen Fragestellungen geprägt ist, fügt sich nahtlos in diesen Anspruch ein.
Die weiteren Platzierungen
Der Wettbewerb war hochkarätig besetzt. Den zweiten Platz sicherte sich das Künstler*innen-Duo Mitra Wakil und Fabian Hesse mit ihrem Beitrag „Die Tragetasche der Papagena“. Auch wenn dieser Entwurf nicht zur Realisierung kommt, würdigte das Preisgericht die hohe Qualität der Einreichungen, die den Wettbewerb zu einem spannenden Prozess für alle Beteiligten machten.
Häufige Fragen
Wann wird die Kunst am Bau fertiggestellt sein?
Der Wettbewerb wurde im Juli 2026 entschieden. Die Umsetzung erfolgt nun in enger Abstimmung mit dem Baufortschritt des Erweiterungsprojekts in der Bergstraße. Genaue Zeitpläne zur Montage der Mosaike werden durch das Bezirksamt Mitte in den kommenden Monaten kommuniziert.
Wo kann ich mehr über die Künstler erfahren?
Detaillierte Informationen zu allen eingereichten Beiträgen, den Jury-Entscheidungen und den Biografien der beteiligten Künstlerinnen und Künstler sind auf der offiziellen Webseite von „Kunst im Stadtraum Berlin“ einsehbar.
Welche Bedeutung hat der Name „Berliner Interferenz“?
Der Begriff „Interferenz“ beschreibt in der Physik die Überlagerung von Wellen. Im künstlerischen Kontext von Julia Herfurth steht er für die Überlagerung verschiedener zeitlicher Schichten der Stadt Berlin, die sich in den Mosaikmustern gegenseitig durchdringen und so eine neue, erfahrbare Realität für die Lernenden erzeugen.
Das Projekt an der Papageno-Grundschule zeigt beispielhaft, wie öffentliche Bauvorhaben in Berlin durch künstlerische Interventionen einen Mehrwert für die Gemeinschaft generieren können. Während der Erweiterungsbau die notwendige räumliche Kapazität schafft, sorgt die Kunst für die notwendige geistige Anregung. Für die Schülerinnen und Schüler in Mitte bedeutet dies eine Lernumgebung, die Geschichte und Moderne in einem Mosaik vereint.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-unterstützt aus einer Quelle des Bezirksamts Mitte von Berlin erstellt.
