In der Werbellinstraße im Berliner Bezirk Neukölln haben die Bauarbeiten für einen wichtigen Lückenschluss im lokalen Radwegenetz begonnen. Das gab das zuständige Bezirksamt in einer Mitteilung vom 27. Juli 2026 bekannt. Die Maßnahme betrifft den Streckenabschnitt zwischen der Morusstraße und der stark frequentierten Karl-Marx-Straße. Auf einer Länge von rund 300 Metern entsteht nun endlich eine durchgehende Radspur, die den Radfahrerinnen und Radfahrern künftig mehr Sicherheit im urbanen Verkehr bieten soll.
Mehr Sicherheit und Komfort für den Radverkehr in Neukölln
Die Neugestaltung des betreffenden Teilstücks sieht vor, dass der neue Radfahrstreifen nicht nur baulich hergerichtet, sondern auch unverkennbar farblich markiert wird. Um den Schutz der Radfahrenden vor dem fließenden Autoverkehr zu erhöhen, kommen zudem sogenannte Flexpoller zum Einsatz. Diese baulichen Elemente sorgen für eine physische Trennung und minimieren das Risiko gefährlicher Konfliktsituationen im Straßenverkehr. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 75.000 Euro und werden vollständig aus bezirklichen Haushaltsmitteln finanziert. In dieser Summe sind auch die notwendigen Instandsetzungsarbeiten am Asphalt inbegriffen, um eine glatte und sichere Fahrbahn zu gewährleisten.
Ein wichtiger Baustein für das Berliner Radvorrangnetz
Die Rolle der Werbellinstraße im Ost-West-Verkehr
Die Werbellinstraße nimmt eine Schlüsselposition im städtischen Radvorrangnetz ein. Sie fungiert als essenzielle Ost-West-Verbindung für den Radverkehr im Bezirk und darüber hinaus. Durch ihre direkte Verlängerung über die ausgewiesene Fahrradstraße in der Herrfurthstraße entsteht eine komfortable Wegeverbindung, die das bei vielen Berlinern beliebte Tempelhofer Feld direkt mit der zentralen Karl-Marx-Straße verknüpft. Bislang mussten Radlerinnen und Radler auf dem nun in Angriff genommenen Teilstück in Richtung Karl-Marx-Straße mit Einschränkungen leben, da hier eine adäquate Radspur bisher schlichtweg fehlte.
Vorgeschichte der Infrastruktur
Bereits im Jahr 2019 wurden durch die landeseigene Gesellschaft InfraVelo in anderen Bereichen der Werbellinstraße bestehende Radfahrstreifen deutlich verbreitert und neu markiert, um den gestiegenen Anforderungen des wachsenden Fahrradverkehrs gerecht zu werden. Dennoch blieb der aktuelle Bauabschnitt vorerst eine unvollendete Lücke, die bei vielen Verkehrsteilnehmern für Frust sorgte. Mit der nun realisierten Maßnahme wird dieser Missstand behoben und ein lang gefasster Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in die Tat umgesetzt.
Hintergrund
Die stetige Weiterentwicklung der Radverkehrsinfrastruktur ist ein zentraler Bestandteil der Berliner Verkehrspolitik. Insbesondere in dicht besiedelten Quartieren wie Neukölln ist der Umstieg auf das Fahrrad ein wichtiger Hebel zur Reduzierung von Lärm, Abgasen und zur Entlastung des ruhenden sowie fließenden Verkehrs. Die Schließung von Lücken im Radwegenetz erhöht objektiv die Verkehrssicherheit und senkt die Hemmschwelle für Bürgerinnen und Bürger, im Alltag das Rad anstelle des Autos zu nutzen. Das Bezirksamt reagiert mit solchen Projekten auf den anhaltenden Druck, klimafreundliche Mobilitätsformen schneller und konsequenter voranzubringen.
Häufige Fragen
Wann genau wurde mit dem Lückenschluss in der Werbellinstraße begonnen?
Die Bauarbeiten für den neuen Radfahrstreifen begannen im Juli 2026, nachdem das Bezirksamt Neukölln die entsprechenden Schritte eingeleitet hatte.
Wie wird der neue Radstreifen vor dem Autoverkehr geschützt?
Der Radfahrstreifen wird nicht nur deutlich farblich markiert, sondern zusätzlich durch den Einsatz von Flexpollern physisch vom restlichen Straßenverkehr abgegrenzt.
Woher stammen die finanziellen Mittel für das Projekt?
Die Gesamtkosten in Höhe von 75.000 Euro für die Asphaltreparaturen und die Markierungsarbeiten werden komplett aus bezirklichen Finanzmitteln bestritten.
Abschließend lässt sich festhalten, dass der Lückenschluss in der Werbellinstraße einen spürbaren Mehrwert für die lokale Verkehrskultur darstellt. Jochen Biedermann, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, betonte in diesem Zusammenhang, dass die Straße eine zentrale Achse im Bezirk sei und der Wegfall des Radstreifens auf dem Teilstück lange Zeit ein Ärgernis darstellte. Mit der Fertigstellung kommt Neukölln seinem Ziel näher, ein lückenloses und sicheres Netz für den Radverkehr zu etablieren.
Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer offiziellen Pressemitteilung des Bezirksamts Neukölln von Berlin.
