Ein Meilenstein für die Barrierefreiheit in der Hauptstadt

Ein Spielplatz, auf dem wirklich alle Kinder willkommen sind und niemand aufgrund körperlicher oder geistiger Einschränkungen ausgeschlossen wird, ist am 25. Juli 2026 im FEZ-Berlin offiziell eröffnet worden. In Anwesenheit prominenter Vertreter aus Politik und Verwaltung, darunter der Staatssekretär für Jugend und Familie Falko Liecke, FEZ-Geschäftsführer Chris Berghäuser sowie die zuständige Bezirksstadträtin Dr. Claudia Leistner, wurde ein Ort eingeweiht, der das Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung völlig neu definiert. Viele Familien erleben im Alltag schmerzlich, dass herkömmliche Spielplätze unüberwindbare Barrieren darstellen. Mit dem neuen Vorzeigeprojekt soll sich das in der Bundeshauptstadt grundlegend ändern.

Hintergrund und Finanzierung des Großprojekts

Die Idee hinter dem neuen Spielraum bricht bewusst mit klassischen Spielplatzlogiken: Nicht jedes Kind muss jede Station nutzen können, aber für jeden Einzelnen gibt es passende und spannende Angebote. Ermöglicht wurde die Umsetzung durch erhebliche finanzielle Mittel in Höhe von etwa 870.000 Euro. Finanziert wurde das Vorhaben aus dem Kita- und Spielplatzsanierungsprogramm (KSSP). Die entsprechenden Gelder wurden dem Bezirk Treptow-Köpenick durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie eigens für die Errichtung eines inklusiven Spielplatzes bereitgestellt.

Bereits in den Haushaltsjahren 2024 und 2025 wurden die Weichen für dieses Bauvorhaben gestellt. Das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks Treptow-Köpenick setzte das Projekt in enger Kooperation mit dem FEZ-Berlin um. Auch die fachliche Begleitung durch die Arbeitsgemeinschaft Menschen mit Behinderung sowie das Deutsche Kinderhilfswerk trug maßgeblich zum Gelingen bei. Die bauliche Ausführung übernahm schließlich die Firma Flöter & Uszkureit Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau GmbH.

Durchdachtes Design und internationale Einflüsse

Das Herzstück der neu gestalteten Anlage bildet ein großes, barrierearmes Kletter- und Spielgerät, das mit Rampen, Stegen und integrierten Spielelementen für unterschiedlichste motorische und sensorische Bedürfnisse ausgestattet ist. Ergänzt wird die Anlage durch eine Vielzahl speziell angepasster Spielgeräte:

  • Ein Wasserspielbereich mit einer besonders niedrig zugänglichen Pumpe
  • Ein rollstuhlunterfahrbarer Matschtisch für gemeinsames Experimentieren
  • Eine angepasste Nestschaukel für Kinder mit erhöhtem Sicherheitsbedürfnis
  • Vielfältige Balancier- und Motorikangebote
  • Ein teilweise befahrbares Labyrinth sowie geschützte Rückzugsräume für Kinder, die Ruhe suchen

Bei der Planung ließ sich die verantwortliche Landschaftsarchitektin Birgit Teichmann von international erprobten Ansätzen inspirieren. Unter anderem flossen Erfahrungen aus Ländern wie Kanada in die Gestaltung ein. Das Credo der Planung lautet dabei: So sicher wie nötig, aber nicht so sicher wie möglich, damit Kinder lernen, Risiken selbstständig einzuschätzen und wertvolle Körpererfahrungen zu sammeln.

Ein Spielplatz, der von Kindern mitgestaltet wurde

Besonders bemerkenswert an dem Projekt ist die Tatsache, dass es nicht am Reißbrett entstanden ist, sondern im intensiven Dialog mit den späteren Nutzerinnen und Nutzern. In einem partizipativen Beteiligungsprozess analysierten Schülerinnen und Schüler der Paul-und-Charlotte-Kniese-Schule sowie der Carl-von-Linné-Schule den vorherigen Zustand des alten Spielplatzes. Die Kritik der Kinder fiel dabei teils vernichtend aus, lieferte den Planern jedoch die wichtigsten Grundlagen. Aussagen wie die der zwölfjährigen Safa, auf dem alten Spielplatz gebe es schlicht nichts, was sie benutzen könne, wurden zum zentralen Ausgangspunkt der neuen Planungen.

Neben der reinen Barrierefreiheit spielten auch ökologische Aspekte wie Klimaanpassung und Nachhaltigkeit eine übergeordnete Rolle. Extensive Begrünungen, gezielte Baumpflanzungen und eine minimierte Versiegelung des Bodens tragen dazu bei, das lokale Mikroklima spürbar zu verbessern. Der bewusste Einsatz natürlicher Materialien wie Holz und Stein maximiert zudem die Aufenthaltsqualität und bietet zusätzliche haptische Sinneserfahrungen.

Ein lernendes System für die Zukunft

Bezirksbürgermeister Oliver Igel betonte in seinem Grußwort, dass dieser erneuerte Spielplatz ein starkes Zeichen für gelebte Inklusion im Bezirk darstellt. Auch Bezirksstadträtin Dr. Claudia Leistner hob hervor, dass die reibungslose Zusammenarbeit zwischen dem Land Berlin und dem Bezirk ein starkes Signal für ein offenes, barrierearmes und familienfreundliches Treptow-Köpenick sendet. Die Verantwortlichen betonen, dass der Spielplatz keineswegs ein abgeschlossenes Projekt darstellt, sondern als lernendes System begriffen wird. Laufende Rückmeldungen aus dem praktischen Alltag sollen kontinuierlich in die künftige Betreuung und Weiterentwicklung einfließen, um das Konzept langfristig zu optimieren und als Vorbild für weitere Bezirke zu dienen.

Häufige Fragen

Wo befindet sich der neue inklusive Spielplatz genau?

Der Spielplatz liegt direkt vor dem FEZ-Berlin im Bezirk Treptow-Köpenick und ist optimal in das dortige Freizeit- und Erholungszentrum eingebunden.

Wie wurde das Projekt finanziert?

Die Investitionskosten von rund 870.000 Euro stammen aus dem Kita- und Spielplatzsanierungsprogramm (KSSP), welches durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie bereitgestellt wurde.

Wer war an der Planung beteiligt?

Neben Landschaftsarchitektin Birgit Teichmann waren vor allem Schülerinnen und Schüler der Paul-und-Charlotte-Kniese-Schule und der Carl-von-Linné-Schule im Rahmen eines Beteiligungsworkshops maßgeblich an den Entwürfen beteiligt.

Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer offiziellen Pressemitteilung des Bezirksamtes Treptow-Köpenick von Berlin vom Juli 2026.