Ein Meilenstein für die Bildungsinfrastruktur

Im Juli 2026 fiel der offizielle Startschuss für eines der wegweisendsten Schulbauprojekte im Berliner Osten. Am zukünftigen „Schul-Campus Auerbacher Ring“ an der Ecke zur Maxie-Wander-Straße in Hellersdorf wurde der feierliche Spatenstich vollzogen. Hochrangige Vertreter aus der Landes- und Kommunalpolitik, darunter der Staatssekretär für Bauen Alexander Slotty und der Staatssekretär für Schulbau Dr. Torsten Kühne, kamen gemeinsam mit dem zuständigen Bezirksstadtrat Stefan Bley und Architekt Andreas Krawczyk zusammen, um diesen wichtigen Moment für die Hauptstadt zu begehen. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Integrierten Sekundarschule (ISS) samt moderner Sporthalle und einem wettkampfgerechten Kleinspielfeld ist für das Schuljahr 2028/2029 geplant.

Das ambitionierte Projekt erfordert ein Investitionsvolumen von rund 70 Millionen Euro. Mit dieser Summe wird nicht nur ein Gebäude errichtet, sondern eine zeitgemäße Bildungslandschaft geschaffen, die den dringend benötigten Bedarf an Schulplätzen im Bezirk abfedert und gleichzeitig ökologische Maßstäbe setzt. Das Vorhaben ist Teil einer umfassenden Strategie der Senatsverwaltung, die Berliner Schulinfrastruktur durch innovative und zügige Bauverfahren nachhaltig zu entlasten.

Das Konzept der Holz-Compartmentschulen (HOCOMP)

Das Herzstück des Neubaus bildet das bewährte Typenbauprogramm der sogenannten Holz-Compartmentschulen (HOCOMP), welches von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen vorangetrieben wird. Die Architektur bricht bewusst mit den klassischen, rigiden Strukturen älterer Schulbauten. Statt langer, unpersönlicher Flure und traditioneller Klassenräume setzt das Konzept auf flexible Lernbereiche, die sogenannten Compartments. Diese modularen Einheiten ermöglichen es, den Unterricht flexibel an unterschiedliche pädagogische Anforderungen anzupassen und sowohl Gruppen- als auch Individualarbeiten optimal zu unterstützen.

Die Integrierte Sekundarschule wird als 4+3-zügige Einrichtung konzipiert. Das bedeutet konkret:

  • Vierzügige Sekundarstufe I für die jüngeren Jahrgänge.
  • Dreizügige Sekundarstufe II für die gymnasialen Oberstufenbereiche.
  • Kapazitäten für insgesamt 625 Schülerinnen und Schüler.
  • Arbeitsplätze für rund 60 Lehrkräfte, die von modernen Bedingungen profitieren.

Bezirksstadtrat Stefan Bley betonte im Rahmen der Veranstaltung die strategische Bedeutung des Standorts: Die neue Schule fügt sich nahtlos in den entstehenden Campus ein, der auf dem Areal zwischen Carola-Neher-Straße, Maxi-Wander-Straße, Klingenthaler Straße und Auerbacher Ring wächst. Den ersten Baustein bildete bereits ein Modularer Ergänzungsbau (MEB), der künftig als Grundschule fungieren wird. Mit dem aktuellen Spatenstich entsteht nun das Herzstück für den sekundären Bildungsbereich.

Klimafreundliche Holzmodulbauweise und modernste Technik

Die Schule am Auerbacher Ring ist bereits das siebte Gebäude dieser Art in Berlin, das in klimagerechter Holzmodulbauweise realisiert wird. Diese Bauweise zeichnet sich durch einen besonders hohen Vorfertigungsgrad in industriellen Produktionshallen aus. Bereits im Werk werden wesentliche Elemente wie Fenster, komplette Sanitäranlagen, die komplexe Haustechnik sowie Heizkörper in die Holzmodule integriert. Auf der Baustelle selbst erfolgt anschließend die passgenaue Montage. Durch diese Methode verkürzt sich die reine Bauzeit vor Ort spürbar, was angesichts des akuten Zeitdrucks bei der Schaffung von Schulplätzen ein entscheidender Vorteil ist.

Nach der Montage vor Ort werden die Module durch die finalen Fußböden, Dächer, Fassadenbekleidung sowie die zentralen Versorgungsleitungen ergänzt. Auch in puncto Energieeffizienz und Nachhaltigkeit setzt das Projekt Maßstäbe:

  • Zertifizierung nach dem strengen BNB-Standard „Silber“.
  • Einhaltung des anspruchsvollen Energieeffizienzstandards EH 40.
  • Flächendeckende Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Schulgebäude und Sporthallen.
  • Begrünung der Dächer (Gründächer) zur Verbesserung des lokalen Mikroklimas und Regenwasserrückhaltung.
  • Ausstattung aller Räumlichkeiten mit hybriden Lüftungsanlagen inklusive energieeffizienter Wärmerückgewinnung.

Hintergrund

Der Bau von Bildungseinrichtungen in modularer Holzbauweise ist die Antwort Berlins auf den anhaltenden demografischen Wandel und den Zuzug von Familien in die äußeren Bezirke. Historisch litt die Stadt lange unter einem Investitionsstau im Schulbau, der durch traditionelle, langwierige Planungs- und Vergabeverfahren noch verschärft wurde. Mit dem HOCOMP-Programm hat der Senat ein standardisiertes, beschleunigtes Verfahren etabliert, das architektonische Qualität mit ökologischer Nachhaltigkeit verbindet. Hellersdorf profitiert hiervon nun massiv, da der neue Campus langfristig Planungssicherheit für Eltern, Kinder und Pädagogen bietet.

Häufige Fragen

Wann wird die neue Schule am Auerbacher Ring voraussichtlich öffnen?

Die Inbetriebnahme der Integrierten Sekundarschule ist für das Schuljahr 2028/2029 geplant. Bis dahin werden die Holzmodule montiert, der Innenausbau abgeschlossen und die Außensportanlagen hergerichtet.

Wie viele Schülerinnen und Schüler werden dort lernen können?

Die neue Bildungseinrichtung bietet nach ihrer Fertigstellung Platz für insgesamt 625 Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I und II sowie Arbeitsplätze für rund 60 Lehrkräfte.

Welche ökologischen Standards werden beim Bau berücksichtigt?

Das Gebäude wird im energieeffizienten Standard EH 40 errichtet, nach dem BNB-Standard „Silber“ zertifiziert, mit Photovoltaikanlagen und Gründächern versehen sowie mit einer modernen Lüftung samt Wärmerückgewinnung ausgestattet.

Der Spatenstich in Hellersdorf markiert einen weiteren wichtigen Schritt zur Bewältigung der schulischen Herausforderungen in der Bundeshauptstadt. Durch die Verbindung aus schneller Holzmodulbauweise, moderner Pädagogik in Compartments und konsequentem Klimaschutz entsteht hier ein zukunftsweisender Lernort für kommende Generationen.