Ein spielerischer Wegweiser für die Welt von morgen
Wenn das neue Schuljahr 2026/2027 in Berlin beginnt, finden tausende Grundschülerinnen und Grundschüler nicht nur Bücher und Stifte in ihren Ranzen, sondern auch einen besonderen Begleiter: Das „Möhrchenheft“. Mit der nunmehr etablierten Initiative erhalten insgesamt 11.000 Kinder in vier Berliner Bezirken kostenloses Bildungsmaterial, das weit über ein gewöhnliches Hausaufgabenheft hinausgeht. Die Aktion, die unter dem Motto „Global denken, lokal handeln“ steht, vermittelt jungen Menschen auf altersgerechte Weise, wie sie ihren Alltag nachhaltiger gestalten können.
Die offizielle Verteilung der ersten Exemplare fand bereits am Dienstagvormittag statt, als die Bezirksstadträtin Annika Gerold die Grundschule am Traveplatz besuchte, um die druckfrischen Hefte persönlich an die Kinder zu übergeben. Damit fällt der Startschuss für ein Projekt, das in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Spandau eine zentrale Rolle in der schulischen Bildung einnimmt.
Bildung für nachhaltige Entwicklung im Fokus
Das Herzstück des Projekts ist die Figur „Kiki Karotte“, die die Kinder durch das Schuljahr begleitet. Das Heft fungiert als pädagogisches Werkzeug, um die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UN) greifbar zu machen. Dabei geht es nicht um trockene Theorie, sondern um lebensnahe Fragen: Warum leidet unsere Erde unter „Fieber“? Woher kommen eigentlich die Zutaten für unsere Schokolade? Und wie hängen mein eigenes Verhalten und globale Prozesse zusammen?
Durch die Verknüpfung von lokalen Nachhaltigkeitsaspekten mit globalen Zusammenhängen lernen die Schülerinnen und Schüler, dass ihr Handeln im Kiez Auswirkungen auf die ganze Welt hat. Neben den klassischen Kalenderseiten für Hausaufgaben bietet das Heft:
- Interaktive Rätsel rund um Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit.
- Konkrete Ausflugstipps in die nähere Umgebung, die nachhaltiges Erleben fördern.
- Spielerische Anleitungen für Frieden und Klimaschutz im direkten Umfeld.
Hintergrund
Das „Möhrchenheft“ ist ein integraler Bestandteil der Strategie zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Berlin. Es leistet einen direkten Beitrag zur Umsetzung der „Agenda 2030“ der Vereinten Nationen auf kommunaler Ebene. Die Koordination dieses ambitionierten Projekts liegt seit dem Jahr 2018 bei der Stabsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung (SBNE) in Charlottenburg-Wilmersdorf, die eng mit den beteiligten Bezirksämtern zusammenarbeitet.
Allein im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg profitieren 2.976 Schülerinnen und Schüler von diesem Angebot. Die Verteilung erfolgt an insgesamt 15 Grundschulen im Bezirk, wodurch sichergestellt wird, dass das Bildungsmaterial eine breite Basis erreicht und soziale Unterschiede beim Zugang zu nachhaltigen Lerninhalten abgebaut werden.
Ausblick: Markt for Future
Das Engagement für eine nachhaltige Zukunft endet für die Berliner Schülerschaft nicht im Klassenzimmer. Als begleitende Veranstaltung findet am 22. August 2026 in der Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda der „3. Markt for Future“ statt. Hier haben Kinder, Eltern und Interessierte die Möglichkeit, sich an verschiedenen Ständen und bei Mitmach-Aktionen tiefergehend mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung auseinanderzusetzen.
Häufige Fragen
Wer finanziert das Möhrchenheft für die Berliner Schulen?
Das Projekt wird im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) durch die Berliner Bezirksämter koordiniert und finanziert. Ziel ist es, allen Grundschülerinnen und Grundschülern in den teilnehmenden Bezirken einen kostenfreien Zugang zu diesem hochwertigen Bildungsmaterial zu ermöglichen.
An welche Altersgruppe richtet sich das Heft?
Das Möhrchenheft ist speziell auf die Bedürfnisse von Grundschülerinnen und Grundschülern zugeschnitten. Die Inhalte sind so aufbereitet, dass sie komplexe globale Zusammenhänge in eine kindgerechte Sprache übersetzen und durch spielerische Elemente wie Rätsel und Tipps direkt in den Schulalltag integrierbar sind.
Mit der Verteilung der Hefte für das Schuljahr 2026/2027 setzt Berlin ein starkes Zeichen für die Bedeutung von Klimabildung und globaler Verantwortung bereits im frühen Kindesalter. Durch die spielerische Herangehensweise gelingt es, komplexe Themen wie den Klimaschutz fest im Bewusstsein der nächsten Generation zu verankern.
