Ein künstlerischer Blick auf das Ende der Bilderflut

In einer Zeit, in der wir täglich von einer schier unendlichen Bilderflut überrollt werden, stellt sich die drängende Frage: Was bleibt, wenn das Visuelle nicht mehr die primäre Brücke zur Realität bildet? Die Galerie im Saalbau in Berlin-Neukölln widmet sich ab dem 10. Juli 2026 dieser philosophischen Fragestellung in der neuen Einzelausstellung von Vinzenz Aubry. Unter dem Titel „Nach Bild. Under Stimulation“ präsentiert der Künstler eine Auseinandersetzung mit unserer bildgeprägten Gesellschaft, die weit über die bloße Betrachtung hinausgeht.

Die Ausstellung, die vom Bezirksamt Neukölln angekündigt wurde, fungiert nicht nur als bloße Werkschau, sondern als ein Manifest. Aubry hinterfragt die Distanz, die das Visuelle zwischen uns und der Welt geschaffen hat – eine Distanz, die nach Ansicht des Künstlers heute mehr trennt als verbindet. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, in den Räumen der Galerie im Saalbau in der Karl-Marx-Straße in eine Welt einzutauchen, die das „Danach“ – die Zeit nach dem Bild – erfahrbar machen möchte.

Raumgreifende Installationen als Erfahrungsräume

Das Herzstück der Ausstellung bilden drei raumgreifende Installationen. Diese sind explizit als partizipative Erfahrungsräume konzipiert. Anstatt passiv vor einer Leinwand zu verweilen, werden die Gäste selbst zum Teil des Werks. Sie agieren simultan als Kamera und als Leinwand, um die Inszenierung der Zeit nach dem Bild aktiv mitzugestalten. Aubry nutzt hierbei verschiedene sensorische Ebenen, um das Publikum aus der gewohnten Beobachterrolle zu lösen.

Die Exponate im Detail

  • „Looking at the Sun“: Ein Experimentalfilm, der auf der intensiven Erfahrung einer totalen Sonnenfinsternis basiert. Er thematisiert physiologische Eindrücke und die Reizüberflutung, während er gleichzeitig den menschlichen Wunsch erfüllt, direkt in einen Stern zu blicken.
  • „Vibrationen für Androiden II“: Eine faszinierende Komposition im Infraschallbereich. Diese Arbeit entfaltet sich unterhalb der menschlichen Hörschwelle und erschafft eine künstliche Erde, in der ein Orchester mit resonierenden Körpern experimentiert. Die Arbeit verbindet sich mit niederfrequenten Schwingungen, wie sie bei Walen, Flüssen oder Raketenstarts vorkommen.
  • Robotik und Kognition: Durch robotergesteuerte Liegen werden Botschaften über die „schwarze Sonne“ und das „gelbe Quadrat“ vermittelt, wobei das Konzept der Massage als Reflexion über wechselseitige Berührung und geometrische Kognition dient.

Hintergrund

Die Galerie im Saalbau ist ein fester Bestandteil der kulturellen Identität von Berlin-Neukölln. Mit der Ausstellung von Vinzenz Aubry setzt die Institution ihre Reihe fort, zeitgenössische Kunst in einen gesellschaftspolitischen Kontext zu stellen. Die Auseinandersetzung mit der „Bildgesellschaft“ ist in Zeiten von Social Media und digitaler Überreizung hochaktuell. Die Ausstellung reflektiert das Bedürfnis nach einer Rückbesinnung auf das physische Erleben und die unmittelbare Wahrnehmung, die durch die ständige digitale Vermittlung verloren zu gehen droht. Warum ist das wichtig? Weil die Art und Weise, wie wir die Welt durch Bilder wahrnehmen, unsere soziale Interaktion und unser Verständnis von Realität maßgeblich beeinflusst.

Begleitprogramm und Ausstellungsdaten

Die Ausstellung „Nach Bild. Under Stimulation“ läuft vom 11. Juli bis zum 6. September 2026. Der Eintritt ist für alle Besucherinnen und Besucher frei. Um die komplexen Themen der Ausstellung zu vertiefen, bietet die Galerie ein umfangreiches Begleitprogramm an:

  • 10. Juli 2026, 18 Uhr: Ausstellungseröffnung.
  • 24. Juli 2026, 18 Uhr: Artist Talk mit Vinzenz Aubry.
  • 4. September 2026, 18 Uhr: Performance „Dreiviertelsieg über die Sonne“ gemeinsam mit Leon Eckard. Hierbei steht die „einpixelige Sonne“ im Fokus, die sich hinter dem schwarzen Quadrat verbirgt.
  • 6. September 2026, 16 Uhr: Finissage zum Abschluss der Ausstellung.

Häufige Fragen

Wo befindet sich die Galerie im Saalbau?

Die Galerie liegt zentral in der Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin. Sie ist ein wichtiger kultureller Anlaufpunkt im Bezirk Neukölln.

Wie sind die Öffnungszeiten der Ausstellung?

Die Ausstellung ist während des gesamten Zeitraums vom 11. Juli bis zum 6. September 2026 täglich von 10 bis 20 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ausstellung von Vinzenz Aubry eine Einladung ist, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen. Durch die Kombination von Film, Infraschall-Kompositionen und partizipativen Installationen schafft die Galerie im Saalbau einen Ort, der weit über die klassische Kunstbetrachtung hinausgeht. Wer sich auf das Experiment einlässt, erhält die seltene Gelegenheit, die Grenzen der eigenen Sinne in einer zunehmend digitalisierten Welt neu auszuloten.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-unterstützt aus einer Quelle des Bezirksamts Neukölln erstellt.