Ein neues Kapitel für die Papageno-Grundschule

Die Schullandschaft in Berlin-Mitte erfährt eine kulturelle Aufwertung. Wie das Bezirksamt Mitte im Juli 2026 bekannt gab, steht der Siegerentwurf für das Projekt „Kunst am Bau“ an der Papageno-Grundschule fest. Mit der Entscheidung für das Werk „Berliner Interferenz — Ortsspezifik & Interaktion“ der Künstlerin Julia Herfurth setzt der Bezirk ein deutliches Zeichen für die Verbindung von historischer Stadtentwicklung und pädagogischer Raumgestaltung. Das Projekt begleitet den aktuellen Erweiterungsbau der Schule, der darauf abzielt, den steigenden Bedarf an Lern- und Musikflächen in einem der dynamischsten Bezirke Berlins zu decken.

Der Wettbewerb: Kreativität trifft auf Geschichte

Der Auswahlprozess für die künstlerische Gestaltung war ein mehrstufiges Verfahren unter dem Vorsitz der Künstlerin Vanessa Henn. Das Preisgericht hatte die anspruchsvolle Aufgabe, aus verschiedenen eingereichten Konzepten jenes auszuwählen, das die Identität der Schule und den städtebaulichen Kontext am besten widerspiegelt. Neben dem erstplatzierten Entwurf von Julia Herfurth konnte sich das Künstler-Duo Mitra Wakil & Fabian Hesse mit ihrem Beitrag „Die Tragetasche der Papagena“ den zweiten Platz sichern.

Die Entscheidung für den Siegerentwurf fiel mehrheitlich. Das Preisgericht lobte dabei insbesondere die Art und Weise, wie Herfurth historische Daten in eine moderne, haptische und visuelle Sprache übersetzt. Mit einem Budget von 95.000 Euro brutto für die Realisierung unterstreicht das Bezirksamt Mitte den Stellenwert von Kunst im öffentlichen Raum, insbesondere in Bildungseinrichtungen.

Das Konzept hinter „Berliner Interferenz“

Der prämierte Entwurf von Julia Herfurth zeichnet sich durch seine tiefgreifende Auseinandersetzung mit der Berliner Stadtgeschichte aus. Die Künstlerin nutzt Stadtpläne aus vier prägenden Epochen als Basis für ihr Werk:

  • 1862: Die Zeit der rasanten Industrialisierung und Stadterweiterung.
  • 1925: Eine Ära der kulturellen Blüte und architektonischen Moderne.
  • 1945: Ein Wendepunkt der Berliner Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg.
  • 2026: Der aktuelle Stand der Stadtentwicklung.

Diese historischen Karten werden in ein Mosaik aus Wandfliesen übersetzt, die in drei Klassenräumen installiert werden. Ergänzt wird die Installation durch eine Grafikserie in der Schulbibliothek, welche die Mustermotive der Pläne präsentiert. Durch die serielle Anordnung der Fliesen entsteht ein visueller Rhythmus, der die Schülerinnen und Schüler dazu einlädt, die verschiedenen Zeitebenen der Stadt Berlin nicht nur zu sehen, sondern durch Relieffliesen und integrierte Klangelemente auch haptisch und akustisch zu erfahren.

Hintergrund: Warum Kunst am Bau so wichtig ist

Die Initiative „Kunst am Bau“ ist weit mehr als eine bloße Dekoration. Sie dient dazu, öffentliche Gebäude – insbesondere Schulen – zu Orten der Identifikation und Inspiration zu machen. Im Fall der Papageno-Grundschule, die für ihre musikalische Ausrichtung bekannt ist, fügt sich das Projekt nahtlos in das pädagogische Konzept ein. Die Erweiterung der Schule in der Bergstraße, geplant durch das Architekturbüro Gruber + Pop, umfasst neben neuen Klassenräumen auch einen Musiksaal und eine Bibliothek. Die Einbindung von Kunst soll das Abstraktionsvermögen der Kinder fördern und einen spielerischen Zugang zu komplexen räumlichen und zeitlichen Zusammenhängen ermöglichen.

Die Künstlerin Julia Herfurth, die ihr Handwerk an der Bauhaus-Universität Weimar und der Universität der Künste Berlin erlernte, bringt mit ihrer Arbeit eine wissenschaftlich fundierte Herangehensweise in das Projekt ein. Ihre Praxis, die sich intensiv mit kultur- und architekturhistorischen Fragestellungen befasst, stellt sicher, dass die Kunst nicht nur ästhetisch überzeugt, sondern auch einen inhaltlichen Mehrwert für den Schulalltag bietet.

Häufige Fragen

Wie hoch ist das Budget für das Kunstprojekt?

Für die Umsetzung des Siegerentwurfs „Berliner Interferenz“ stehen insgesamt 95.000 Euro brutto zur Verfügung.

Wo können Interessierte mehr über die Wettbewerbsbeiträge erfahren?

Detaillierte Informationen zum gesamten Wettbewerbsverfahren sowie zu den eingereichten Beiträgen und den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern sind auf der offiziellen Webseite von „Kunst im Stadtraum Berlin“ abrufbar.

Welche baulichen Veränderungen erfährt die Papageno-Grundschule?

Die Schule wird durch einen Erweiterungsbau ergänzt, der unter anderem einen großen Musiksaal, eine moderne Bibliothek sowie zusätzliche Klassenräume umfasst, um den Kapazitätsanforderungen in Berlin-Mitte gerecht zu werden.

Die Realisierung des Kunstprojekts ist ein wichtiger Meilenstein für die Papageno-Grundschule. Durch die Verbindung von historischer Kartografie und moderner Gestaltung entsteht ein Lernumfeld, das die Geschichte der Stadt Berlin direkt in den Alltag der Kinder integriert. Mit der Fertigstellung des Erweiterungsbaus und der Installation der Kunstwerke wird die Schule in der Bergstraße ihre Rolle als kultureller und pädagogischer Ankerpunkt im Bezirk Mitte weiter festigen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-unterstützt aus einer Quelle des Bezirksamts Mitte erstellt.