Künstlerische Akzente für den Bildungsstandort Altglienicke

Der Bildungsbau in Berlin steht vor einer ästhetischen Aufwertung: Für den Neubau der integrierten Sekundarschule an der Kreuzung Kalker Straße und Chorweiler Straße in Berlin-Altglienicke wurden nun die Sieger des „Kunst am Bau“-Wettbewerbs gekürt. Das Preisgericht hat sich für drei herausragende künstlerische Konzepte entschieden, die künftig das Schulgebäude sowie die dazugehörigen Außenanlagen prägen werden. Diese Entscheidung markiert einen wichtigen Meilenstein in der Gestaltung des modernen Schulstandorts, der neben dem Hauptgebäude auch eine Sporthalle und großzügige Freizeitflächen umfasst.

Das Auswahlverfahren war als nicht offener, zweiphasiger Wettbewerb konzipiert, dem ein deutschlandweites Bewerbungsverfahren vorausging. Unter der Leitung des Künstlers Niklas Roy bewertete das Preisgericht insgesamt 15 Entwürfe, die in der zweiten Phase eingereicht wurden. Ziel war es, Werke zu finden, die nicht nur dekorativ wirken, sondern eine tiefere Auseinandersetzung mit der Architektur, der lokalen Identität und der pädagogischen Nutzung des Ortes ermöglichen.

Die drei Siegerkonzepte im Detail

Die ausgewählten Arbeiten verfolgen unterschiedliche Ansätze und bespielen verschiedene Bereiche des Areals. Sie sollen den Schülern und Lehrkräften als Identifikationspunkte dienen und den Schulalltag durch ihre Präsenz bereichern.

„Ich trage Dich wie Wärme unter der Zunge“ von Nadin Reschke

Dieser Entwurf besticht durch seine narrative Tiefe. Die Künstlerin Nadin Reschke verknüpft poetische Textfragmente mit der lokalen Historie. Besonders hervorzuheben ist die Hommage an zwei bedeutende Frauenfiguren, die eng mit der Geschichte des Bezirks Treptow-Köpenick verbunden sind. Das Preisgericht lobte insbesondere den sensiblen Umgang mit der Erinnerungskultur. Die Arbeit soll nicht nur als Kunstwerk fungieren, sondern auch als Brücke zwischen der Geschichte des Stadtteils und der jungen Generation dienen.

„drop“ von Markus Klink

Mit dem Entwurf „drop“ setzt Markus Klink auf eine starke visuelle Wirkung im Innenraum. Es handelt sich um ein großformatiges Glasobjekt, das durch seine reduzierte Formensprache überzeugt. Durch wechselnde Lichtverhältnisse im Gebäudeinneren soll das Objekt dynamische Akzente setzen und den Raum architektonisch aufwerten. Die skulpturale Qualität steht hierbei im Vordergrund und schafft einen bewussten Kontrast zur funktionalen Schularchitektur.

„OAK TREE“ von Mathias Zinn und Peter Klare

Die Baumskulptur „OAK TREE“ von Matthias Zinn und Peter Klare bildet den dritten Pfeiler der künstlerischen Gestaltung. Das Werk nimmt spielerisch Bezug auf digitale Bildwelten und transformiert diese in eine physische, markante Form. Als prägnantes Objekt auf dem Schulgelände dient es als Orientierungspunkt und lädt zur Interaktion ein. Es unterstreicht den modernen Charakter der Schule, die sich als Lernort des 21. Jahrhunderts versteht.

Hintergrund: Warum Kunst am Bau so wichtig ist

Das Programm „Kunst am Bau“ ist in Berlin ein fester Bestandteil öffentlicher Bauvorhaben. Es verfolgt das Ziel, Architektur und Kunst in einen Dialog zu bringen, um öffentliche Räume lebenswerter und identitätsstiftender zu gestalten. Im Falle des Schulneubaus in Altglienicke war die Kooperation zwischen dem Fachbereich Kultur und Museum des Bezirksamtes Treptow-Köpenick und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen entscheidend für den Erfolg des Wettbewerbs.

  • Förderung der Identifikation: Kunstwerke im öffentlichen Raum stärken die Bindung der Nutzer an ihren Standort.
  • Architektonische Aufwertung: Durch gezielte Interventionen wird die oft nüchterne Architektur von Bildungseinrichtungen menschlicher und inspirierender gestaltet.
  • Kulturelle Bildung: Die Präsenz von Kunst im Schulalltag fördert die ästhetische Wahrnehmung der Schülerinnen und Schüler.

Neben den drei erstplatzierten Arbeiten wurde zudem der Entwurf „Schichten“ von Jana Müller als Nachrücker benannt. Dieser zeichnet sich durch die Interpretation historischer Objekte des Bezirks in einer komplexen Rastertechnik aus und zeigt, wie intensiv sich die Künstler mit dem Standort auseinandergesetzt haben.

Häufige Fragen

Wann werden die Kunstwerke installiert?

Die Realisierung der ausgewählten Entwürfe erfolgt im Zuge der Fertigstellung des Schulneubaus. Die genauen Zeitpläne für die Montage der Objekte werden durch das Bezirksamt Treptow-Köpenick in Abstimmung mit der Senatsverwaltung koordiniert.

Welche Rolle spielt die Geschichte des Bezirks bei diesen Projekten?

Die Geschichte des Bezirks ist ein zentrales Kriterium des Wettbewerbs. Wie am Beispiel von Nadin Reschkes Arbeit zu sehen ist, dient die lokale Historie als Inspirationsquelle, um den Schülern ein Bewusstsein für ihr Umfeld zu vermitteln.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Neubau an der Kalker Straße durch die Integration dieser drei Kunstwerke weit mehr als nur ein funktionaler Lernort wird. Er entwickelt sich zu einem kulturellen Ankerpunkt in Altglienicke, der den Dialog zwischen Architektur, Geschichte und zeitgenössischer Kunst in den Alltag der Schülerinnen und Schüler integriert.