Ein Schaufenster für die Zukunft des Designs

Das Berliner Kulturforum wurde kürzlich zum Zentrum für visionäre Gestaltung, als die vierte Edition des RIMOWA Design Prize ihre feierliche Preisverleihung zelebrierte. Die Veranstaltung unterstrich eindrucksvoll, wie eng die Verbindung zwischen traditioneller Handwerkskunst und zukunftsweisender technologischer Innovation sein kann. In einer Zeit, in der Design nicht mehr nur Ästhetik bedeutet, sondern komplexe gesellschaftliche Herausforderungen lösen muss, bot der Wettbewerb einer neuen Generation von Studierenden die Bühne, um ihre Konzepte einem hochkarätigen Publikum zu präsentieren.

Durch den Abend führte die Moderatorin Valerie Präkelt, die eine Vielzahl an Gästen aus der Kultur- und Designszene begrüßen durfte. Unter den Anwesenden befanden sich prominente Persönlichkeiten wie Peri Baumeister, Noah Becker, Heike Makatsch sowie der Fotograf Sven Marquardt, die gemeinsam mit der Jury die Arbeiten der Finalistinnen und Finalisten würdigten. Die Ausstellung der prämierten Entwürfe ist für die Öffentlichkeit noch bis zum 13. Mai zugänglich und bietet einen tiefen Einblick in die kreative Denkweise der nächsten Generation.

Die prämierten Projekte: Von Inklusion bis Umweltschutz

Die Jury, unter der Leitung von Alexandre Arnault (Chairman von RIMOWA) und Beatrice Monguidi (CEO von RIMOWA), hatte die anspruchsvolle Aufgabe, aus einer Vielzahl an Einreichungen die überzeugendsten Konzepte auszuwählen. Dabei standen nicht nur formale Aspekte im Vordergrund, sondern vor allem die Funktionalität und der gesellschaftliche Mehrwert der Entwürfe.

Spitzenreiter: NURA – Kommunikation ohne Barrieren

Der erste Preis ging an Samuel Nagel und Paul Feiler von der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd. Ihr Projekt NURA überzeugte durch einen starken sozialen Ansatz: Es handelt sich um ein intelligentes Armband, das in Echtzeit Gebärdensprache in gesprochene Sprache übersetzt und umgekehrt. Damit leistet das Design einen wesentlichen Beitrag zur Inklusion und ermöglicht eine nahtlose Kommunikation zwischen gehörlosen und hörenden Menschen.

Besondere Auszeichnung: Paludi Harvester

Niklas Henning von der Hochschule Magdeburg-Stendal erhielt eine besondere Auszeichnung für sein Projekt Paludi Harvester. Dieses System widmet sich einem hochaktuellen Thema: der Wiederherstellung von Mooren. Durch eine effiziente Erntetechnik für Schilf unter extremen Bedingungen unterstützt das Design den Erhalt empfindlicher Ökosysteme, ohne dabei die landwirtschaftliche Produktivität zu vernachlässigen.

  • 1. Preis: 20.000 Euro für das Projekt NURA.
  • Besondere Auszeichnung: 10.000 Euro für den Paludi Harvester.
  • Weitere Finalisten: Fünf weitere Projekte erhielten jeweils 5.000 Euro Preisgeld.

Hintergrund: RIMOWA als Förderer der Designkultur

Warum engagiert sich ein Unternehmen wie RIMOWA, das primär für Premium-Gepäck bekannt ist, so intensiv für den Design-Nachwuchs? Die Antwort liegt in der Unternehmensgeschichte. Seit der Gründung im Jahr 1898 durchlief das Unternehmen eine stetige Transformation. Von der Einführung von Aluminium in der Kofferproduktion in den 1920er-Jahren bis hin zur Entwicklung von Polycarbonat-Modellen im Jahr 2000 – Innovation war stets der Motor der Marke. Seit der Integration in die LVMH-Gruppe im Jahr 2017 hat sich RIMOWA verstärkt als Kultmarke für moderne Mobilität positioniert.

Die Förderung junger Talente ist dabei eine logische Fortführung dieses Erbes. Indem das Unternehmen Design-Studierende unterstützt, investiert es in die Zukunft der Branche und fördert den Dialog zwischen etablierter Industrie und frischen, unvoreingenommenen Ideen. Der Design Prize dient somit als Brücke, um die nächste Generation von Gestaltern zu ermutigen, die Grenzen des Machbaren weiter zu verschieben.

Häufige Fragen

Wer kann sich für den RIMOWA Design Prize bewerben?

Der Wettbewerb richtet sich primär an Studierende führender deutscher Designhochschulen, die im Rahmen ihres Studiums innovative und funktionale Designlösungen entwickeln.

Wie lange sind die Projekte ausgestellt?

Die Arbeiten der Finalistinnen und Finalisten des aktuellen Wettbewerbs können noch bis zum 13. Mai im Berliner Kulturforum besichtigt werden.

Welche Kriterien sind bei der Preisvergabe entscheidend?

Die Jury bewertet die Projekte nach Kriterien wie Innovationskraft, Funktionalität, Nachhaltigkeit und dem Potenzial, reale Probleme durch exzellentes Design zu lösen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der RIMOWA Design Prize 2026 erneut bewiesen hat, wie wichtig die gezielte Förderung junger Kreativer für den Standort Deutschland ist. Die prämierten Projekte zeigen eindrucksvoll, dass Design weit mehr als eine ästhetische Disziplin ist – es ist ein Werkzeug, um die Welt von morgen inklusiver und nachhaltiger zu gestalten.