Ein neuer Ansatz für komplexe Wohnungsnotlagen
Die Wohnungsmarktsituation in Berlin stellt die Stadtverwaltung vor immer komplexere Herausforderungen. Insbesondere die Zunahme informeller und prekärer Wohnformen – sei es in überbelegten Wohnungen, in maroden Gebäuden oder in provisorischen Unterkünften auf öffentlichen Flächen – erfordert ein koordiniertes Vorgehen. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hat nun mit Stand Juli 2026 ein wegweisendes Handlungskonzept „Informelles Wohnen“ verabschiedet, das den Grundstein für eine neue, ämterübergreifende Strategie legt.
Dieses Konzept ist das Resultat eines intensiven Prozesses, der bereits im Jahr 2025 unter dem Titel „Dialog statt Verdrängung“ angestoßen wurde. Ziel ist es, nicht nur die Symptome der Wohnungslosigkeit zu verwalten, sondern durch eine verbesserte behördliche Zusammenarbeit rechtssichere und nachhaltige Lösungen für betroffene Menschen zu finden.
Die neue Task Force: Vernetzung statt Silodenken
Ein zentrales Element des beschlossenen Konzepts ist die Einrichtung einer verwaltungsinternen Task Force „Informelles Wohnen“. Bisher waren die Zuständigkeiten bei komplexen Fällen häufig auf verschiedene Fachbereiche verteilt, was den Informationsfluss erschwerte und schnelle Hilfe oft verhinderte. Die neue Struktur soll dies ändern:
- Bündelung von Informationen: Alle relevanten Daten zu Fallkonstellationen werden zentral zusammengeführt.
- Koordinierte Zuständigkeiten: Klare Verantwortlichkeiten verhindern Reibungsverluste zwischen den Ämtern.
- Ganzheitliche Fallbetrachtung: Soziale Unterstützung, Gesundheitsfragen, Umweltschutz und baurechtliche Aspekte werden gemeinsam bewertet.
- Rechtssicherheit: Durch den abgestimmten Rahmen erhalten die Mitarbeitenden mehr Sicherheit bei der täglichen Arbeit vor Ort.
Dr. Claudia Leistner, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt, betont die Notwendigkeit dieses Schrittes: „Die Herausforderungen informellen Wohnens lassen sich nur ämterübergreifend bewältigen. Mit der neuen Task Force schaffen wir einen Rahmen, um betroffene Menschen besser zu erreichen.“
Hintergrund
Das Thema „Informelles Wohnen“ ist in Berlin kein neues Phänomen, gewinnt jedoch durch den angespannten Wohnungsmarkt zunehmend an Dringlichkeit. Menschen, die keinen Zugang zum regulären Wohnungsmarkt finden, weichen auf prekäre Alternativen aus. Dies führt regelmäßig zu Konflikten, die sowohl die betroffenen Personen als auch die Anwohnerschaft und die Verwaltung belasten.
Das Handlungskonzept fügt sich in den Nationalen Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit der Bundesregierung ein. Dieser verfolgt das ambitionierte Ziel, Obdach- und Wohnungslosigkeit bis zum Jahr 2030 in Deutschland zu überwinden. Der Fokus liegt dabei auf einer konsequenten Präventionsstrategie und einer verbesserten Vernetzung aller beteiligten Akteure. Das Projekt in Treptow-Köpenick wurde durch Mittel des Sicherheitsgipfels der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) finanziert, was die hohe politische Priorität des Themas unterstreicht.
Ein Prozess der Beteiligung
Die Entwicklung des Konzepts war kein reiner Verwaltungsvorgang, sondern ein partizipativer Prozess. Im Mai 2026 fand ein Fachworkshop statt, an dem rund 40 Experten aus Wohlfahrtsverbänden, freien Trägern und der Zivilgesellschaft teilnahmen. Diese Einbindung externer Expertise war entscheidend, um die praktischen Anforderungen an eine effektive Hilfe vor Ort zu identifizieren. Die Ergebnisse dieses Austauschs sind direkt in die nun verabschiedete Fassung des Handlungskonzepts eingeflossen.
Häufige Fragen
Was genau ist unter „informellem Wohnen“ zu verstehen?
Informelles Wohnen bezeichnet Wohnformen, die außerhalb des regulären Wohnungsmarktes stattfinden. Dazu zählen beispielsweise das Leben in überbelegten Wohnungen, in Gebäuden, die eigentlich nicht für Wohnzwecke zugelassen oder sanierungsbedürftig sind, sowie das Übernachten in provisorischen Unterkünften auf privaten oder öffentlichen Flächen.
Welche Ziele verfolgt die neue Task Force konkret?
Die Task Force soll die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachämter (z.B. Sozialamt, Bauaufsicht, Ordnungsamt) verbessern. Durch eine zentrale Koordination sollen Informationen schneller fließen und passgenaue Hilfsangebote für die Betroffenen entwickelt werden, während gleichzeitig ordnungsrechtliche und umweltrelevante Aspekte rechtssicher bearbeitet werden.
Das Bezirksamt Treptow-Köpenick setzt mit diesem Schritt ein deutliches Zeichen für eine proaktive Sozial- und Stadtentwicklungspolitik. Indem die Verwaltung ihre internen Strukturen modernisiert und den Dialog mit sozialen Trägern sucht, wird ein wichtiger Beitrag zur sozialen Stabilität im Bezirk geleistet. Die kommenden Monate werden zeigen, wie effektiv die Task Force in der Praxis bei der Bewältigung komplexer Einzelfälle agieren kann.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-unterstützt aus einer Quelle des Bezirksamtes Treptow-Köpenick erstellt.
