Ein neues Kapitel für das Herz der Hauptstadt
Das Areal rund um das „Haus der Statistik“ in Berlin-Mitte steht vor einer wegweisenden Transformation. Wie das Bezirksamt Mitte in einer aktuellen Mitteilung vom 20. Juli 2026 bekannt gab, wurde der Entwurf für den Bebauungsplan 1-105 nun offiziell zur öffentlichen Einsichtnahme freigegeben. Damit nimmt die Vision eines multifunktionalen Quartiers, das soziale, kulturelle und gewerbliche Nutzungen mit modernem Wohnraum vereint, eine entscheidende bürokratische Hürde.
Das betroffene Gebiet erstreckt sich in zentraler Lage zwischen der Mollstraße, der Berolinastraße, der Karl-Marx-Allee und der Otto-Braun-Straße. Ziel der Planung ist es, das historisch bedeutsame Areal nicht nur zu erhalten, sondern es durch eine zeitgemäße städtebauliche Struktur in die Zukunft zu führen. Wer sich aktiv an der Gestaltung dieses Berliner Stadtteils beteiligen möchte, hat nun die Gelegenheit, die Unterlagen zu prüfen und Anmerkungen einzureichen.
Details zum Bebauungsplanverfahren
Die öffentliche Auslegung findet im Zeitraum vom 20. Juli 2026 bis einschließlich 21. August 2026 statt. Das Bezirksamt Mitte setzt dabei auf ein hybrides Modell, um eine möglichst breite Beteiligung der Öffentlichkeit sicherzustellen. Die Unterlagen sind sowohl digital über das zentrale Landesportal als auch physisch zugänglich.
Wo und wie können Bürger die Pläne einsehen?
- Digital: Über die offizielle Webseite des Bezirksamtes Mitte sowie das zentrale Landesportal Berlin.
- Vor Ort: Im Foyer des Rathauses Wedding, Müllerstraße 146, 13353 Berlin.
- Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 07:00 Uhr bis 16:00 Uhr.
- Terminvereinbarung: Für eine gezielte Einsichtnahme wird um eine vorherige Absprache unter der Rufnummer (030) 9018 45840 oder per E-Mail an bebauungsplan@ba-mitte.berlin.de gebeten.
Das Verfahren wird gemäß § 13a BauGB als beschleunigtes Verfahren durchgeführt. Dies bedeutet unter anderem, dass auf eine gesonderte Umweltprüfung nach § 2 Abs. 4 BauGB verzichtet wird, da die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Nachverdichtung in diesem urbanen Kontext bereits als gegeben angesehen werden.
Hintergrund: Warum das Projekt für Berlin-Mitte so wichtig ist
Das „Haus der Statistik“ ist weit mehr als nur ein ehemaliges Verwaltungsgebäude. Es gilt als Symbol für den Wandel Berlins nach der Wiedervereinigung. Lange Zeit stand der Komplex leer und verfiel, bevor zivilgesellschaftliche Initiativen und die öffentliche Hand begannen, das Areal als Modellprojekt für eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung neu zu denken. Die geplante Entwicklung soll den Mangel an bezahlbarem Raum für Kunst, Kultur und Verwaltung in der Berliner Innenstadt lindern.
Durch die Festlegung im Bebauungsplan 1-105 wird nun der rechtliche Rahmen geschaffen, um die verschiedenen Nutzungen – von Wohnraum bis hin zu gewerblichen Flächen – dauerhaft zu sichern. Dies ist ein entscheidender Schritt, um den Stadtteil Mitte lebendig zu halten und eine einseitige Kommerzialisierung zu verhindern. Die Einbindung der Bürger ist dabei ein zentraler Bestandteil, um die Akzeptanz für das Bauvorhaben zu stärken und lokale Bedürfnisse frühzeitig in die Abwägung einzubeziehen.
Wie Sie Ihre Stellungnahme abgeben können
Das Bezirksamt betont, dass die Beteiligung der Öffentlichkeit ein wesentlicher Bestandteil des demokratischen Planungsprozesses ist. Alle eingegangenen Stellungnahmen werden in die abschließende Abwägung der öffentlichen und privaten Belange einbezogen.
Wichtige Hinweise zur Einreichung:
- Digital: Bevorzugt über die Online-Eingabemaske des Landesportals oder per E-Mail an bebauungsplan@ba-mitte.berlin.de.
- Postalisch: Bezirksamt Mitte von Berlin, Stadtentwicklungsamt, Müllerstraße 146, 13353 Berlin.
- Frist: Stellungnahmen müssen bis zum Ende des Auslegungszeitraums am 21. August 2026 eingegangen sein. Verspätete Einreichungen können bei der Beschlussfassung unberücksichtigt bleiben.
Datenschutzrechtlich ist das Verfahren transparent geregelt. Die Verarbeitung der Daten erfolgt auf Basis der DSGVO und des Baugesetzbuches. Wichtig zu wissen: Wer seine Stellungnahme anonym – also ohne Absenderangaben – einreicht, erhält im Nachgang keine schriftliche Mitteilung über das Ergebnis der Prüfung seiner Anmerkungen.
Häufige Fragen
Muss ich einen Termin vereinbaren, um die Pläne im Rathaus Wedding einzusehen?
Grundsätzlich sind die Unterlagen während der Öffnungszeiten (Mo-Fr, 7-16 Uhr) im Foyer des Rathauses Wedding ausliegend. Um jedoch Wartezeiten zu vermeiden oder sicherzustellen, dass ein Ansprechpartner für Rückfragen zur Verfügung steht, wird eine vorherige Terminvereinbarung unter der Telefonnummer (030) 9018 45840 dringend empfohlen.
Was passiert mit meiner Stellungnahme nach Ablauf der Frist?
Alle fristgerecht eingegangenen Stellungnahmen werden vom Stadtentwicklungsamt gesichtet und in die sogenannte Abwägung aufgenommen. Dabei werden private Interessen gegen öffentliche Belange abgewogen. Über das Ergebnis dieser Prüfung werden Sie informiert, sofern Sie bei der Einreichung Ihre Kontaktdaten angegeben haben.
Die aktuelle Auslegung des Bebauungsplans 1-105 markiert einen wichtigen Meilenstein für die Entwicklung des Areals am Haus der Statistik. Bewohnerinnen und Bewohner sind dazu aufgerufen, von ihrem Recht auf Mitgestaltung Gebrauch zu machen und die Zukunft ihres Bezirks aktiv mitzubestimmen.
