Ein neues Herzstück für den Plänterwald
Das Wohngebiet im Plänterwald steht vor einer grünen Transformation. Am 8. Juli 2026 präsentierte das Bezirksamt Treptow-Köpenick im Rahmen einer Vor-Ort-Veranstaltung die konkreten Entwürfe für den ersten Bauabschnitt des Projekts „Grüner Anger Plänterwald“. Ziel der Maßnahmen ist es, die bestehende Grünfläche zwischen der Köpenicker Landstraße und der Neuen Krugallee zu einem zentralen, lebendigen Treffpunkt für die Nachbarschaft umzugestalten. Die Veranstaltung bot Anwohnerinnen und Anwohnern die Gelegenheit, die Planungen des Landschaftsarchitekturbüros sowie des Straßen- und Grünflächenamtes aus erster Hand zu begutachten und kritisch zu hinterfragen.
Hintergrund: Bürgerbeteiligung als Fundament
Der nun vorgestellte Entwurf ist kein isoliertes Verwaltungsprojekt, sondern das Ergebnis eines intensiven, partizipativen Prozesses. Bereits im Jahr 2023 wurden die Grundlagen für das Freiraumkonzept „Grüner Anger Plänterwald“ gelegt. Die Stadtverwaltung setzte dabei auf eine breite Palette an Beteiligungsformaten, um die Wünsche der Menschen vor Ort zu erfassen:
- Bürgersteiggespräche: Direkter Austausch mit den Anwohnern im Quartier.
- Workshops: Ein offener Workshop vor Ort sowie ein spezieller Schulworkshop zur Einbindung junger Perspektiven.
- Digitale Beteiligung: Über die Plattform mein.berlin.de konnten zahlreiche Ideen eingereicht werden.
Insgesamt brachten über 130 Bürgerinnen und Bürger ihre Vorstellungen ein. Besonders häufig genannt wurden der Wunsch nach generationsübergreifenden Bewegungsangeboten, eine höhere Aufenthaltsqualität durch zusätzliche Sitzmöglichkeiten sowie ein ökologisch verantwortungsvoller Umgang mit dem vorhandenen Baumbestand und dem Regenwasser. Diese Anregungen flossen maßgeblich in die aktuelle Entwurfsplanung ein.
Konkrete Maßnahmen: Was erwartet die Anwohner?
Die Umgestaltung der Grünanlage „Galileistraße/Orionstraße“ setzt auf eine Mischung aus ökologischer Aufwertung und funktionaler Verbesserung. Die Planer haben dabei Wert darauf gelegt, den bestehenden Charakter der Fläche zu bewahren und gleichzeitig neue Impulse zu setzen. Zu den geplanten Maßnahmen gehören:
- Teilentsiegelung: Bestehende Betonwege werden aufgebrochen, um die Versickerungsfähigkeit des Bodens zu verbessern.
- Neue Aufenthaltsmöglichkeiten: Die Installation von Bänken mit Armlehnen, Holzpodesten und Liegen soll zum Verweilen einladen.
- Freizeitangebote: Ein Trinkbrunnen sowie eine Slackline ergänzen das Angebot für Sport und Erholung.
- Ökologische Aufwertung: Der wertvolle Baumbestand bleibt erhalten. Ergänzend ist die Anlage einer Blumenwiese sowie die Pflanzung von Obstbäumen geplant, die als Ausgleichsmaßnahme fungieren.
Die Umsetzung der Streuobstwiese ist bereits konzeptionell verankert und soll realisiert werden, sobald die entsprechenden finanziellen Mittel bereitstehen.
Zeitplan und Finanzierung
Nach der erfolgreichen Vorstellung der Entwürfe tritt das Projekt nun in die nächste Phase. Die Planungen werden derzeit vertieft, um die Grundlage für die Ausschreibung der Bauleistungen zu schaffen. Die Vergabe der Aufträge soll zeitnah erfolgen, sodass der Baubeginn für den ersten Abschnitt noch vor Ende des Jahres 2026 angestrebt wird. Finanziert wird das Vorhaben durch das städtebauliche Förderprogramm „Lebendige Zentren Baumschulenstraße – Köpenicker Landstraße“, welches durch Bundes- und Landesmittel gestützt wird. Weitere Informationen zu den Projekten in diesem Gebiet finden Interessierte auf der offiziellen Projektseite.
Häufige Fragen
Wann beginnen die Bauarbeiten konkret?
Die bauliche Umsetzung auf der Grünanlage „Galileistraße/Orionstraße“ ist für einen Start bis Ende des Jahres 2026 terminiert. Zuvor müssen die Planungen finalisiert und die Bauleistungen offiziell ausgeschrieben werden.
Wie wurde sichergestellt, dass die Wünsche der Anwohner berücksichtigt wurden?
Die Planung basiert auf einem umfassenden Beteiligungsprozess aus dem Jahr 2023. Über 130 Personen haben sich aktiv eingebracht. Die Ergebnisse, wie der Erhalt des Baumbestands und mehr Sitzgelegenheiten, sind direkte Resultate aus den Workshops und der Online-Beteiligung.
Die Entwicklung des „Grünen Angers“ im Plänterwald zeigt beispielhaft, wie moderne Stadtplanung in Berlin funktionieren kann. Durch die enge Verzahnung von ökologischen Zielen wie der Klimaanpassung und sozialen Bedürfnissen nach Begegnungsräumen entsteht ein Mehrwert für das gesamte Quartier. Die Bezirksstadträtin Dr. Claudia Leistner betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Transparenz: Mit dem Abschluss der Beteiligungsphase beginnt nun die Phase der Umsetzung, die das Wohnumfeld für alle Generationen nachhaltig aufwerten soll.
