Ein Abend des Erinnerns: Gad Beck im Fokus
In einer Zeit, in der das aktive Gedenken an die Schrecken der nationalsozialistischen Diktatur wichtiger denn je erscheint, setzt der Bezirk Tempelhof-Schöneberg ein besonderes Zeichen. Am Montag, den 13. Juli 2026, öffnet sich ein Raum für ein sehr persönliches und intensives Gedenken: Unter dem Titel „Gedenken im Wohnzimmer“ – im Original „Zikaron BaSalon“ – wird das Leben und Wirken von Gad Beck gewürdigt. Beck, der nicht nur als jüdischer Widerstandskämpfer, sondern auch als prägende Figur der queeren Berliner Geschichte bekannt wurde, hinterließ ein Erbe, das weit über seinen Tod im Jahr 2012 hinausreicht.
Zikaron BaSalon: Eine Initiative mit Tiefgang
Die Veranstaltung folgt dem Konzept von Zikaron BaSalon, einer ursprünglich aus Israel stammenden Bewegung. Der Name, der wörtlich „Gedenken im Wohnzimmer“ bedeutet, beschreibt den Kern des Formats: Es geht nicht um formelle Staatsakte, sondern um den Austausch in einem intimen, fast privaten Rahmen. Ziel ist es, den Holocaust und seine Auswirkungen auf die heutige Gesellschaft greifbar zu machen und die Erinnerung lebendig zu halten.
Der Abend in Schöneberg wird durch ein Grußwort von Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann eröffnet. Im weiteren Verlauf erwartet die Gäste eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Biografie von Gad Beck, die durch verschiedene Medien aufbereitet wird:
- Fotografische Zeitzeugnisse: Einblicke in das Berlin der 1920er bis 1940er Jahre.
- Literarische Aufarbeitung: Texte, die den Mut und die Verzweiflung der damaligen Zeit widerspiegeln.
- Videozeugnisse: Dokumentarische Aufnahmen, die Becks eigene Stimme und Perspektive in den Raum tragen.
Hintergrund: Ein Leben im Widerstand
Gad Beck, geboren 1923 im Berliner Scheunenviertel, steht exemplarisch für eine Generation, die unter den Nationalsozialisten alles verlor und dennoch ihre Menschlichkeit bewahrte. Als junger Mann schloss er sich einem zionistischen jüdischen Widerstandsnetzwerk an. Sein Handeln war geprägt von einer tiefen Solidarität: Er unterstützte jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich in Berlin versteckt hielten, mit dem Nötigsten – von Lebensmitteln bis hin zu finanziellen Mitteln und der lebenswichtigen Suche nach sicheren Verstecken.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieb Beck seiner Heimatstadt Berlin treu. Er übernahm die Leitung der Jüdischen Volkshochschule Berlin und nahm damit eine zentrale Rolle in der Jüdischen Gemeinde ein. Sein Engagement galt nicht nur der Bildung, sondern vor allem der aktiven Erinnerungsarbeit. Er wollte sicherstellen, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten. Wer sich für die historische Aufarbeitung in Berlin interessiert, findet weiterführende Informationen in unseren Artikeln zur lokalen Erinnerungskultur.
Warum Gad Becks Geschichte heute relevant ist
Gad Beck war nicht nur ein Kämpfer gegen das NS-Regime, sondern auch ein offen schwuler Mann. Seine Geschichte verbindet den jüdischen Widerstand mit der Geschichte der queeren Emanzipation in Deutschland. Diese doppelte Marginalisierung macht sein Leben zu einem wichtigen Ankerpunkt für heutige Debatten über Diskriminierung, Zivilcourage und die Bedeutung von Minderheitenrechten in unserer Gesellschaft.
Kooperation für eine starke Erinnerungskultur
Die Veranstaltung ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit verschiedener zivilgesellschaftlicher Akteure. Neben dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, vertreten durch den Beauftragten gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus, tragen folgende Organisationen das Projekt:
- ICE – Israeli Community Europe e.V.
- Zusammen Berlin
- Keshet Deutschland e.V.
Diese Kooperation unterstreicht den Wunsch, verschiedene Perspektiven – von der jüdischen Gemeinschaft bis hin zur LGBTQ+-Community – in einem gemeinsamen Gedenkprojekt zu vereinen.
Häufige Fragen
Was ist das Ziel von Zikaron BaSalon?
Zikaron BaSalon möchte das Gedenken an den Holocaust aus der Anonymität großer Gedenkveranstaltungen in einen persönlichen, dialogorientierten Rahmen überführen, um insbesondere jüngere Generationen zu erreichen.
Warum ist die Person Gad Beck historisch so bedeutsam?
Gad Beck war eine der wenigen Stimmen, die den jüdischen Widerstand in Berlin aus einer queeren Perspektive dokumentiert haben. Sein Wirken nach 1945 war zudem entscheidend für den Wiederaufbau der jüdischen Bildungslandschaft in der Stadt.
Der Abend verspricht eine intensive Auseinandersetzung mit einem der mutigsten Berliner des 20. Jahrhunderts. Es ist eine Einladung an alle Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks, sich der eigenen Geschichte zu stellen und den Dialog über die Werte von Toleranz und Widerstandskraft fortzuführen. Die Veranstaltung erinnert uns daran, dass das Gedenken kein abgeschlossener Prozess ist, sondern eine fortwährende Aufgabe für jeden Einzelnen in unserer Stadt.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-unterstützt aus einer Quelle des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg von Berlin erstellt.
