Ein Meilenstein für die Berliner Bäderlandschaft
Die Sportinfrastruktur im Berliner Osten erfährt eine bedeutende Aufwertung: Wie am 6. Juli 2026 bekannt wurde, ist die Finanzierung für ein neues Kombibad im Bezirk Marzahn-Hellersdorf gesichert. Mit einem Gesamtvolumen von 35,4 Millionen Euro entsteht ein modernes Funktionsbad, das nicht nur den Schul- und Vereinssport stärken, sondern auch als attraktive Freizeiteinrichtung für die gesamte Bevölkerung dienen soll. Das Projekt am Standort Jelena-Šantić-Friedenspark markiert einen wichtigen Schritt für die Lebensqualität in einem der am stärksten wachsenden Bezirke der Hauptstadt.
Finanzierung und Projektstruktur
Die Realisierung dieses Großprojekts basiert auf einer soliden finanziellen Grundlage, die durch verschiedene Fördertöpfe ermöglicht wurde. Die Mittel setzen sich wie folgt zusammen:
- 25,1 Millionen Euro für das eigentliche Funktionsbad.
- 10,3 Millionen Euro für den Bau des Außenbeckens.
Die Finanzierung erfolgt dabei durch das SIWA-Programm (Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt) sowie durch Mittel aus einem Sondervermögen des Bundes. Diese Investitionssumme unterstreicht den Stellenwert, den der Ausbau der Berliner Sportstätten für den Senat und die Bezirksverwaltung hat.
Hintergrund: Warum das Projekt für den Bezirk essenziell ist
Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf steht seit Jahren vor der Herausforderung, eine wachsende Bevölkerung mit adäquater Infrastruktur zu versorgen. Das neue Kombibad ist dabei weit mehr als eine reine Schwimmhalle. Es ist eine direkte Antwort auf den steigenden Bedarf an Sportflächen für Kinder, Jugendliche und Familien. Besonders der Schul- und Vereinssport soll von den neuen Kapazitäten profitieren, um den Schwimmunterricht und das Training in der Region langfristig abzusichern.
Die Standortwahl fiel nach einer intensiven Analyse auf den Jelena-Šantić-Friedenspark am Kienberg. Dieser Ort bietet eine gute Anbindung und ausreichend Platz für die geplante Kombination aus Hallen- und Außenbereich. Derzeit läuft das Bebauungsplanverfahren 10-118, bei dem auch die Anwohnerinnen und Anwohner im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung ihre Anregungen einbringen können.
Planungsstand und Ausblick
Die Berliner Bäder-Betriebe treiben die Planungen mit Hochdruck voran. Bis Ende August 2026 werden die Ergebnisse einer umfassenden Machbarkeitsstudie erwartet. Diese soll die Grundlage für die finale Ausgestaltung bilden. Die Vision der Planer ist ein ganzjährig attraktives Bad, das flexibel genutzt werden kann:
Flexibilität durch Kombi-Konzept
Das Konzept sieht vor, dass Innen- und Außenbereich sowohl gemeinsam als auch unabhängig voneinander betrieben werden können. Dies erhöht die Wirtschaftlichkeit und die Nutzungsdauer der Anlage. Neben einem Sport- und Lehrschwimmbecken im Innenbereich ist eine freiförmige Poollandschaft für den Außenbereich angedacht, die den Freizeitwert des Standorts deutlich steigern soll.
Stimmen zum Projekt
Iris Spranger, Senatorin für Inneres und Sport, betonte die Bedeutung des Schulterschlusses zwischen Land, Bezirk und den Berliner Bäderbetrieben. „Wir sind einen riesigen Schritt auf dem Weg zum Schwimmbad für Marzahn-Hellersdorf vorangekommen“, so Spranger. Auch Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic unterstrich, dass das Projekt eine Investition in die Zukunft des Bezirks sei. Dr. Johannes Kleinsorg, Vorstandsvorsitzender der Berliner Bäderbetriebe, ergänzte, dass man ein Bad schaffen wolle, das den Bedürfnissen von Schulen, Vereinen und der breiten Öffentlichkeit gleichermaßen gerecht wird.
Häufige Fragen
Wann wird das neue Bad voraussichtlich fertiggestellt?
Derzeit befinden sich die Planungen in einer intensiven Phase. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden für Ende August 2026 erwartet. Ein konkretes Eröffnungsdatum wurde seitens der Behörden noch nicht kommuniziert, da zunächst das Bebauungsplanverfahren und die Erstellung der notwendigen Fachgutachten abgeschlossen werden müssen.
Wer darf das neue Schwimmbad nutzen?
Das Kombibad ist primär für die Öffentlichkeit konzipiert. Aufgrund des hohen Bedarfs im Bezirk ist jedoch eine feste Einplanung von Kapazitäten für den Schul- und Vereinssport ein zentraler Bestandteil des Nutzungskonzepts.
Die Entwicklung in Marzahn-Hellersdorf zeigt, wie durch gezielte Investitionen in die öffentliche Infrastruktur ein Mehrwert für die Stadtgesellschaft geschaffen werden kann. Mit der Sicherung der finanziellen Mittel ist die wichtigste Hürde genommen, um das Projekt „Kombibad am Kienberg“ in die nächste Phase der baulichen Umsetzung zu führen. Wir werden die weiteren Entwicklungen rund um das Bebauungsplanverfahren 10-118 für unsere Leserinnen und Leser weiter verfolgen.
